Die Eigenart der Milch: Tiere und ihre Beziehung zu artfremder Milch

Welche Tierarten konsumieren artfremde Milch und welche kulturellen Aspekte spielen dabei eine Rolle?

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Die menschliche Vorliebe für Kuh- oder Ziegenmilch erscheint faszinierend. Für uns ist der Genuss dieser Milchen alltäglich. Kaum jemand hinterfragt – dass es sich um die Muttermilch von Tieren handelt. Betrachtet man dies genauer, eröffnet sich eine komplexe Fragestellung: Trinken ebenfalls andere Tiere Milch von anderen Tierarten? Die Antwort darauf überrascht - außer dem Menschen tut dies keine andere Spezies. In der Natur genießen Tiere nur in der frühen Lebensphase Muttermilch. Nach dem Säuglingsalter verzichten sie darauf da es für sie nicht notwendig ist.


Der Mensch bildet hier eine Ausnahme. Der Grund hierfür ist die intensive Milchviehhaltung und nicht etwa gesundheitliche Bedenken. Der menschliche Stoffwechsel ist außergewöhnlich anpassungsfähig. Vergleichszahlen zeigen, ebenso wie variabel menschliche Ernährung sein kann - von den Gerichten der Inuit bis hin zu jenen von mitteleuropäischen Vegetariern. Auch wenn viele andere Tiere körperlich in der Lage wären ´ Milch zu konsumieren ` bleibt ihnen der Zugang verwehrt.


Historisch gesehen spielt die Fähigkeit Milchzucker zu verdauen eine entscheidende Rolle. Vor etwa 8000 Jahren begannen Menschen Auerochsen zu zähmen. Diese Entwicklung führte erst zur Milchkuh. Ihre Milch war nahrhaft und unterstützte die Entwicklung gesunder Kinder. Diese Anpassung war im kalten, lichtarmen Europa und den trockenen Regionen Afrikas und auch Vorderasiens von großem Überlebensvorteil. Milchtrinker pflanzten sich erfolgreicher fort als ihre milchlosen Gegenstücke.


Milch als Nahrungsmittel hat eine kulturelle Dimension. Diese Neigung zur Milchnutzung ist in der Evolution verwurzelt. Doch auch die Frage bleibt: Welches Nahrungsmittel ist schon speziell für den Menschen geschaffen? Betrachtet man die Natur selbst – so sind die Abhängigkeiten deutlich. Der Apfel🍎 dient der Fortpflanzung des Baumes. Menschen sind ´ wie die Tiere ` Teil dieses Kreislaufs. Milch bietet essentielle Nährstoffe und Kalzium für gesunde Knochen.


Seltsamerweise gibt es Beispiele aus der Tierwelt, in denen Tiere artfremden Nachkommen Milch geben. Dies tritt hier zum Beispiel auf – wenn Hunde Tigerwelpen säugen. Oftmals erfordert dies eine enge Ähnlichkeit zwischen dem Säuger und dem tierischen Nachkommen; ansonsten könnte sich der Milchspender überfordert fühlen. Die Tierfreundschaften zeigen – wie weitherzig die Natur sein kann.


Nicht nur der Milchstandard wird von den Tieren überschritten. Auch das Fressen von Ausscheidungen anderer Tiere ist häufig anzutreffen. Petrischalen mit Blattläusen sind wahrlich gern gesehene „Hofläden“ für Ameisen, während Mücken buchstäblich mit deinem Blut zehren. Wenn wir über Nahrungsmittel sprechen, verweisen wir auch auf den Austausch zwischen Menschen und Pflanzen: Menschen atmen Kohlenstoffdioxid aus, während Pflanzen diesen nutzen.


Die objektive Nutzung von Milch ist eine subjektive Wahrnehmung. Sie wurde dazu entwickelt – den Nachkommen der Kühe und Ziegen zu dienen. Viele Menschen empfinden das „Abzapfen“ als unmoralisch. Moral hat jedoch mit Objektivität wenig zu tun. Letztlich bleibt die Milchfrage ein Spiegel 🪞 der Menschheit selbst - einerseits kulturell divergierend, auf der anderen Seite biologisch verwoben.