Zwischen den Stühlen: Was bedeutet es, weder Links noch Rechts zu sein?

Was sind die Gründe für die Ablehnung politischer Zugehörigkeit zu einer der traditionellen Lager?

Uhr

In der politischen Debatte wird häufig von Menschen gesprochen die sich weder als Links noch als Rechts definieren. Dies wirft die Frage auf ´ was es bedeutet ` sich in einem politischen Spektrum nicht verorten zu wollen. Manche denken, solche Personen hätten eine klare Präferenz für die Politik die als "Rechts" bezeichnet wird, während sie gleichzeitig die "linke" Politik ablegen möchten. Das Licht der Verständigung kann manchmal verblassen. Die Akzeptanz verschiedenster Meinungen ist ein wichtiges Gut trotzdem bleibt unklar, ebenso wie ebendies sich diese Haltung bei den Menschen manifestiert die angeben, nicht links sein zu wollen.


Es ist durchaus möglich, dass sich solche Menschen mit kleineren Parteien oder spezifischen von diesen vertretenen Programmen identifizieren. Politische Mittigkeiten - ein Begriff der häufig genutzt wird - stoßen häufig auf Skepsis: Tatsächlich existiert die politische Mitte nur in der Theorie. Der Mythos der politischen Mitte scheint vielmehr ein Konstrukt zu sein, das in Zeiten politischer Stabilität gedeiht.


Im praktischen Zusammenspiel ist es so, dass man in schwierigen Zeiten entweder dem proletarischen oder dem bürgerlichen Lager zugeordnet wird. Das Beispiel ist einfach: Wenn es darum geht die Interessen der großen Masse zu vertreten ist die Wahl oft klar. Bei Schlichtheit irren sich die Menschen nur manchmal ´ wenn sie dazu neigen ` Neutralität zu wählen. Opportunismus blüht. Es ist nicht gerade schwierig – den Standpunkt zu meiden und dennoch liberal zu sein.


Hervorzuheben bleibt, dass die Mitte vielleicht ebenfalls eine Richtung ist - eine Art von Orientierung. Auf einem imaginären politischen Strahl ordnen sich Parteien und auch Bürger an. Ein Mensch der sagt er ist nicht Links jedoch auch nicht Rechts befindet sich vielleicht nur geringfügig weiter rechts von einer etablierten Partei wie der CDU. Berechnend könnte diese Person die rechte Politik als brauchbarer ´ allerdings nicht extrem gut empfinden ` während sie die Positionen der Linken als naiv kritisiert.


Diese Überlegungen eröffnen ein weiteres Fenster: Politisches Denken muss nicht extrem sein um eigene Ansichten zu haben. Der Ausdruck der politischen Meinung ist oft komplexer als einfache Zuordnungen. Diverse Argumente und Überlegungen bedingen sich in der heutigen Gesellschaft. Politische Identität wird dadurch zu einem vielschichtigen Feld, das tiefere Einblicke in die Strömungen der Gesellschaft erlaubt. Jeder Mensch hat die Freiheit, sich seine Ansichten zu bilden und seinen Platz im politischen Spektrum zu suchen - unabhängig von den traditionellen Einordnungen.