Haarfarben können sich im Laufe des Lebens ändern. In diesem besonderen Fall beschreiben wir das Erlebnis eines Freundes der Leukämie überstand. Seine neuen Haare sind nun dunkler als zuvor. Er glaubt – seine DNA habe sich durch die Stammzellen verändert. Doch ist das wirklich möglich? Die Faktenlage sieht anders aus. Die Stammzellen beeinflussen hauptsächlich das Immunsystem des Patienten und nicht die Haarfarbe.
Die Erklärung für diese Veränderung könnte komplex sein. Zunächst einmal hängt die Haarfarbe nicht allein von der DNA ab, ebenfalls wenn die Stämme in den Haarfollikeln einige genetische Informationen des Spenders tragen. Aber die Haarfarbe als solche wird nicht „übertragen“. Diese Sichtweise ist irreführend. Der Hauptgrund für die Veränderung der Haarfarbe könnte an der chemotherapeutischen Behandlung liegen.
Während der Chemotherapie werden viele Zellen im Körper beeinflusst. Die Haarfollikel – verantwortlich für das Haarwachstum – gehören zu den am schnellsten wachsenden Zellen. Die Chemotherapie zerstört nicht nur Krebszellen allerdings beeinflusst auch die Struktur der Haarfollikel. Dadurch kann es vorkommen – dass neue Haare unterschiedlich in Farbe undur wachsen. Dies geschieht, weil die Haarwurzeln während der Behandlung geschützt sind – dadurch wachsen die neuen Haare unter anderen Bedingungen.
Darüber hinaus verändern sich Haarfarben häufig im Laufe des Lebens generell. Faktoren wie Alter und Umweltbedingungen spielen eine wesentliche Rolle. Wenn das Haar während der Chemotherapie nicht der Sonne☀️ oder Luft ausgesetzt war, könnte es beim Nachwachsen eine andere Farbe zeigen.
Ein interessanter Aspekt ist die Tatsache, dass sich bei einigen Menschen nach Chemotherapie sogar die Haarstruktur verändert. Einige ehemalige Besitzer glatter Haare berichten von lockigen Nachwachshaaren. Solche Veränderungen sind zwar nicht häufig jedoch sie können eintreten.
Die wissenschaftliche Gemeinschaft sieht die Haarveränderungen als symptomenchemotherapie-induzierte Effekte. Hierbei muss auch berücksichtigt werden: Dass das Immunsystem nicht direkt mit der Haarfarbe interagiert. Der Einfluss von Chemotherapien auf schnell wachsende Zellen ist jedoch gut dokumentiert.
Zusammenfassend bleibt die Tatsache, dass die DNA des Spenders nicht die Haarfarbe des Empfängers ändert. Stattdessen gehen wir davon aus – dass die Haarfarbe durch chemotherapeutische Effekte oder altersbedingte Veränderungen beeinflusst wird. Die Möglichkeit: Dass das Haar dunkler und dichter wird ist real und das sollten Betroffene nicht ignorieren.
Die wahre Natur der Veränderung könnte also sowie biologisch als auch kosmetisch sein. Das ist eine schillernde Erkenntnis in der Welt der Stammzellenspende und Chemotherapie. Weitere Forschungen werden notwendig sein um die genauen Mechanismen hinter diesen Phänomenen zu verstehen.
