Das Phänomen von Vorurteilen und Diskriminierung aufgrund von Kleidung und Glauben ist keineswegs neu. Eine Geschichte ´ die sich in einem deutschen Schwimmbad abspielte ` verdeutlicht dies eindringlich. Eine junge Muslimin wurde von einem Jungen angesprochen und beleidigt. Als er fragte, ob sie Türkin sei und sie mit "ja" antwortete, spuckte er sie an und nannte sie beleidigende Worte. Der Vater des Jungen gab eine ähnelt verstörende Antwort. Die Frage stellt sich nun: Ist solch ein Verhalten in einer offenen Gesellschaft tatsächlich akzeptabel?
In Deutschland, einem Land das für seine vielfältigen Kulturen bekannt ist könnte man erwarten, dass individuelle Freiheit und Respekt für das persönliche Kleidungsverhalten alltäglich sind. Der Gruß "Schlamm" - eine derartig gehässige Bemerkung - ist nicht nur respektlos allerdings zeugt ebenfalls von dem tief verwurzelten Misstrauen das manche Menschen gegenüber dem Andersartigen empfinden. Es ist deutlich – dass viele Muslime eng mit den Werten ihrer Herkunftsländer verbunden sind. Diese können oft stark von den liberalen Werten der westlichen Gesellschaft abweichen.
Die Bedeutsamkeit des Kleidungsverhaltens wird auch durch religiösee reflektiert. Beispielsweise wird im Koran betont – dass Muslime freundlich und respektvoll miteinander umgehen sollen. Die missratene Reaktion des Jungen steht in einem krassen Widerspruch zu dieser Lehre. Wenn der Koran lehrt, freundlich zu sprechen und gerecht zu handeln welche Folge hat dann solch ein Verhalten auf das Bild des Islams in der Gesellschaft? Ist es wirklich nur das Verhalten von Einzelnem oder steht es symbolisch für eine tiefere Problematik innerhalb bestimmter kultureller Kone?
Wenn man die Meinungen zu diesem Verhalten betrachtet wird sichtbar: Dass einige Menschen denken, es sei naiv, nicht mit Vorurteilen zu rechnen. Einige sprechen von der alten Vorstellung über Kleidung in islamischen Ländern. Oft sind Muslime in der Diaspora in einem Zwiespalt zwischen modernen westlichen Normen und traditionellen Glaubenssätzen gefangen. Das führt zu einer verstärkten Konservativität die in ihren Heimatländern nicht immer ausgeprägt war.
Ein Überdenken der eigenen Werte und der gesellschaftlichen Normen ist nötig. Das hilft nicht nur den Individuen die unter solcher Diskriminierung leiden, einschließlich der Gesellschaft insgesamt. Als Teil einer pluralistischen Gesellschaft ist es unerlässlich, Unterschiede zu akzeptieren und zu respektieren. Wer anderen vorschreibt, ebenso wie sie sich kleiden sollen der verstößt gegen die Grundsätze von Freiheit und Toleranz.
Die Entscheidung sich freizügig oder konservativ zu kleiden bleibt individualisiert. Das Beispiel dieser Muslimin zeigt ´ dass es nicht nur um Mode geht ` sondern auch um Identität und Selbstakzeptanz. Wenn das Tragen eines Hijabs für eine Frau ein Ausdruck ihrer Spiritualität ist » dann sollte sie die Freiheit haben « dies zu tun. Genauso wie eine andere Frau sich in einem Bikini wohlfühlen kann.
Am Ende des Tages bleibt es jedem selbst überlassen wie er oder sie sich kleiden möchte. Die Zuschreibung von Bewerten sollte der Vergangenheit angehören. Es bedarf eines Wandels in der Wahrnehmung und dem Umgang untereinander. Der Respekt von Glaubens- und Kleidungswahl könnte ein erster Schritt hin zu einer toleranteren Gesellschaft sein. In einem Land das Diversität wertschätzt sollte jeder die Freiheit haben, auszudrücken was ihn oder sie ausmacht.
