Kann man mit einer Brille Pilot werden? Ein Blick auf die Regeln und Fakten

Wie beeinflusst das Tragen einer Brille die Eignung zum Piloten?

Uhr

Das Thema ob man mit einer Brille Pilot werden kann sorgt häufig für Verwirrung. Um die Mythen aufzulösen – die Antwort lautet ja freilich sind bestimmte Voraussetzungen zu beachten. Die aktuelle Regelung ist klar: Träger von Korsetts für die Augen dürfen in der Luftfahrt arbeiten – von Verkehrsflugzeugen bis hin zu Kampfjets. Hiermit versuchen wir ´ die Fakten auf den Tisch zu legen ` um Missverständnisse zu vermeiden.


Die Vorschrift die zur Verwendung die Eignung von Piloten in der EU entscheidend ist, findet sich in der JAR-FCL 3. Diese beinhaltet besondere Erfordernisse an das Sehvermögen. Es wird deutlich – die Vorgaben für Berufspiloten sind strenger. Bei einer Erstuntersuchung darf der gemessene Refraktionsfehler – positiv oder negativ – maximal +5 Dioptrien bis -6 Dioptrien betragen. Im Wiederholungsfall ist es wichtig zu wissen, dass die Grenze bei +5 Dioptrien liegt. Wer in diesem Bereich liegt – hat bereits eine Chance auf das begehrte medizinische Tauglichkeitszeugnis.


Der Astigmatismus eine weitere Facette des Sehvermögens darf in der Erstuntersuchung nicht weiterhin als 2 Dioptrien betragen. Das klingt stringent – und das ist es auch. Außerdem ist wichtig zu erwähnen, dass bei einer Tauglichkeitsprüfung die Diagnose ausschließlich durch einen flugmedizinischen Arzt erfolgt. Hierbei kann beispielsweise das DLR oder der Flugmedizinische Dienst der Lufthansa konsultiert werden.


Wiederkehrende Kontrolluntersuchungen sind von Bedeutung. Wer mit einer Sehhilfe fliegt – in diesem Fall mit einer Brille oder Kontaktlinsen –, muss regelmäßige augenärztliche Überprüfungen in einem Zeitraum von fünf Jahren durchführen lassen, wenn der Refraktionsfehler über +/-3 Dioptrien liegt. Das ist ein Aspekt – der oft übersehen wird und von entscheidender Bedeutung ist.


Gleichwohl gibt es viele Menschen die glauben: Das Tragen einer Brille zu einer sofortigen Ablehnung bei Luftfahrtgesellschaften führt. Diese Ansicht ist jedoch nicht umfassend richtig. Das hängt stark von der Schwere der Sehschwäche ab. Bei einer kleinen privaten Maschine wird in der Regel mehr Spielraum gegeben, während eine Airline wesentlich restriktiver ist. Es sollte jedoch beachtet werden, dass ebenfalls kleine Sehschwächen nicht ausschließen, einen Beruf als Pilot anzustreben.


Das wichtigste für jeden der Pilot werden möchte, bleibt: Korrigierbare Sehfehler bis zu +/-3 Dioptrien stellen kein ernsthaftes Hindernis dar. Es geht schließlich darum – eine klare Sicht auf die Aufgaben, Fähigkeiten und Verantwortlichkeiten zu haben die das Cockpit mit sich bringt.


Zusammenfassend lässt sich sagen: Ja, mit einer Brille ist es möglich, den Traum vom Fliegen zu verwirklichen. Die Akzeptanz variiert je nach den speziellen Richtlinien der jeweiligen Fluggesellschaft und den individuellen Sehbedingungen. Daher ist es ratsam – sich umfassend zu informieren und gegebenenfalls den Kontakt zu einem flugmedizinischen Arzt aufzunehmen. So kann man sich optimal auf die bevorstehenden Prüfungen vorbereiten. Das Fliegen beginnt mit einer guten Sicht auf die Dinge – im wahrsten Sinne des Wortes.