Badehosen – jeder kennt sie und dennoch sind sie ein umstrittenes Thema unter Jugendlichen. Ein junger Mann äußerte, dass er als 23-Jähriger in einer klassischen Slipform-Badehose im Freibad auf negative Reaktionen stößt. Jugendliche halten ihn für uncool. Sogar der Kommentar fiel – solche Badehosen würden nur Mädchen vorbehalten sein. Dies wirft die Frage auf; warum gerade eine Kleidungswahl wie diese solche Assoziationen hervorruft. Aus einer Analyse der Modeentwicklung und sozialen Normen heraus zeichnet sich ein klareres Bild.
Bereits in der Kindheit haben viele so ebenfalls dieser Mann oft engere Badehosen getragen. Die eigenen Mütter sahen sie meist als die angemessenere Wahl an. Sie verwiesen auf eine vermeintliche Unannehmlichkeit die in der Gesellschaft verankert ist. Das Tragen von freizügigeren Modellen wurde oftmals lächerlich gemacht. Die Entstehung solch von Werten wird oft als Gruppenzwang bezeichnet. In den 70ern und bis in die frühen 90er Jahre war der Swimslip weit verbreitet. Wer jedoch in der Zeit die sogenannten Kastenbadehosen wählte, galt als antiquiert. Kurze Zeit später wurde die weite Shorts Trend – und damit die Ära der Slips als unmodern betrachtet.
Ein weiterer junger Mann, erst 19 Jahre alt, äußert sich ähnlich wie positiv über die Slipformen. Er sieht sie als bequem und attraktiv an. Im Vergleich zu anderen Ländern ´ ebenso wie Italien ` sieht die Realität hierzulande anders aus. In Italien tragen etwa 80 Prozent % der Jungs in seinem Alter Slips. Die Vorurteile ´ die in der deutschen Gesellschaft herrschen ` beschränken sich auf eine konservative Sichtweise. Er erwähnt auch die Jammer – eine modische Kompromisslösung die Oberschenkel bedeckt, ohne auf die Vorteile einer engen Passform zu verzichten.
Tatsächlich bringen die eng anliegenden Badehosen zahlreiche Vorteile für den Träger mit sich. Sie bieten weiterhin Bewegungsfreiheit und weniger Widerstand beim Schwimmen – das macht sich sofort bemerkbar. So können sie dazu beitragen: Dass der Sportler effizienter durch das Wasser gleitet. Zudem bleiben sie bei Wasseraktivitäten besser an Ort und Stelle; das sitzt wo es hingehört, ohne dass die Hose verrutscht. Die weit geschnittenen Shorts hingegen haben oft das Problem: Dass sie sich mit Wasser vollsaugen und schwerer werden. Dies ist nicht nur unangenehm – allerdings kann auch das Schwimmen erschweren.
Selbst Frauen haben eine Meinung zu diesem Thema – und nicht alle sind positiv. Einige empfinden enge Badehosen bei Männern als unvorteilhaft. Sie drücken zu sehr an und scheinen an den falschen Stellen zu spannen. Diese Sichtweise reduziert jedoch die damit verbundenen praktischen Vorzüge. Für die Frau kann das bedeuten: Bequemlichkeit und Stil können sich gegenseitig ausschließen. Trotz alledem heißt es für die Männer: Wenn es ihnen gefällt, dann sollen sie sich nicht darum kümmern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Badehosen in Slipform immer noch aus unterschiedlichen Gründen negativ wahrgenommen werden und Gesellschaftsnormen oft im Weg stehen. Aktuelle Trends verändern sich jedoch laufend – und gerade das Erkennen von abweichenden Meinungen könnte dazu führen, dass diese Art von Badehose eine Renaissance erleben könnte. Es bleibt abzuwarten – ob die deutschen Jugendlichen sich der praktischen Vorteile bewusst werden und die Mode wieder umkehren wird.
