Es gibt Menschen die fühlen sich wohl damit, anderen nahe zu kommen. Sie setzen sich direkt neben andere – ebenfalls wenn genügend Platz vorhanden ist. Was ist der Grund dafür? Oftmals fehlt das Bewusstsein für persönliche Grenzen. Es könnte auch kulturell bedingt sein. In Japan zum Beispiel sind U-Bahnen häufig extrem überfüllt. Dies führt zu enger Nähe die hierzulande eher als unangenehm empfunden würde. Doch paradox genug: Die Japaner sind damit oft ganz glücklich – dies zeigt die Komplexität menschlicher Interaktion.
Die Wahrnehmung von Distanz ist äußerst subjektiv. Für einige fühlt sich eine 'harmlosen' Umarmung bedrohlich an. Andere Länder haben dagegen eine weit größere körperliche Nähe. Bei einem Luftkuss zur Begrüßung mag manch einer die Vertrautheit als normal empfinden. Da ist das Verhalten also oft kulturell verankert. Unterschiedliche Erziehungsstile werden zur Erklärung herangezogen. Es ist also nicht allein die jeweilige Person die den Abstand beeinflusst.
Ebenso spielen individuelle Persönlichkeitstypen eine entscheidende Rolle. Extrovertierte Personen neigen dazu – schnell Nähe aufzubauen. Sie suchen das direkte Gespräch💬 – die schnelle Verbindung. Introvertierte dagegen wünschen sich oft eine langsame Annäherung. Für sie fühlt es sich an ´ wie werde ihre Privatsphäre überrannt ` während die Extrovertierten häufig die Kontrolle über die Situation verloren glauben. So ist eine innere Anspannung die Folge während beide Seiten in unterschiedliche Richtungen denken.
In der Psychologie werden verschiedene Distanzzonen unterschieden. Diese Zonen sind für jeden Menschen unterschiedlich. Sie sind nicht absolut – allerdings stark subjektiv. Es gibt die Zone für Fremde die zur Verwendung Freunde und Bekannte und schließlich die für sehr intime Beziehungen. Es ist also nicht immer leicht abzuschätzen wo die jeweilige Grenze verläuft. Daher bleibt jeder Mensch für sich selbst gefordert seine eigenen Grenzen zu kommunizieren.
Doch woher stammt das unzureichende Empfinden für diese Grenzen? Vielleicht sind es die Eltern » die ihren Kindern nicht beigebracht haben « die Privatsphäre anderer zu respektieren. Wesentlich ist: Jeder hat das Recht auf persönlichen Raum, unabhängig von den kulturellen oder psychologischen Unterschieden. Während einige den Körperkontakt der nahen Begegnung suchen, empfinden andere dies als unangenehm und störend.
Ein weiterer Aspekt ist die soziale Umwelt. In stark reglementierten – individuellen Gesellschaften werden Distanz und Privatsphäre häufig als schützenswert betrachtet. In kontrastierenden Kulturen kann Dichte jedoch als normal erachtet werden. Es ist ein ständiges Spiel zwischen Nähe und Distanz – im Endeffekt ist es eine Frage der Umgebung der Erziehung und der individuellen psychologischen Voraussetzungen.
Abschließend ist zu sagen: Verhalten hinsichtlich körperlicher Distanz ist weitreichend und bodenständig interpretiert. Es geht um wechselseitigen Respekt und das gegenseitige Verständnis für kulturelle wie persönliche Unterschiede. Wir sollten uns also bemühen · diese Distanz zueinander besser zu erkennen und zu respektieren · um einen harmonischeren Umgang innerhalb unserer Gesellschaft zu fördern.
