Die Frage, ob Audi Motoren von VW verwendet ist komplex und wird oft missverstanden. Audi und VW gehören bekanntlich zum Volkswagen Konzern. Innerhalb dieses Konzerns werden viele Komponenten, einschließlich der Motoren, häufig geteilt. Das heißt diese Fabrikate verwenden motorentechnisch identische Einheiten die in unterschiedlichen Modellen verbaut werden.
Ein Beispiel gefällig? Der 2⸴0 TDI-Motor der im Audi A3 zu finden ist, erscheint ebenfalls im VW Golf. Nicht nur das – auch Modelle wie der Skoda Octavia und der Seat Leon nutzen diese Motoren. Diese eng gewobene Beziehung zwischen den Marken zeigt sich auch bei der Ersatzteilversorgung. Oft finden sich identische Teile mit unterschiedlichen Markenlogos. Diese Praxis wird untereinander als homogene Herstellung betrachtet – ein klarer Beweis für die industrielle Integration innerhalb des Volkswagen Konzerns.
Die Kluft zwischen VW und Audi wird oft durch die Vermarktungslinien und das Branding getrennt, allerdings technisch gesehen sind sie sich sehr ähnlich. Hauptsächlich werden lediglich Modifikationen vorgenommen sodass sich die Motoren für die jeweilige Marke anpassen. Dies führt dazu, dass Audi-Fahrzeuge oft sportlicher oder luxuriöser in ihrem Antrieb weltweit gelten – auch wenn der Grundmotor oftmals vom gleichen Band kommt.
Die Plattformen selbst sind ähnlich wie weitgehend identisch. Wenn ein VW-Modell, ebenso wie etwa der Golf, über einen längs eingebauten Motor verfügt, dann hat dieser seine Wurzeln in Audi-Entwicklungen. Umgekehrt, bei quer eingebauten Motoren in Audis, kommt häufig die Technik aus der Golf-Linie – und diese Parallele zieht sich durch die gesamte Modellpalette.
Ein weiterer interessanter Punkt sind die Fahrwerke. Hier zeigt sich, dass etwa das Fahrwerk des Golf mit dem Fahrwerk des A3 nahezu genauso viel ist – es werden nur wenige Anpassungen für Fahrverhalten und Komfort vorgenommen. Die gleiche Logik gilt auch für größere Modelle wie den Passat und den A4. Sie teilen sich auch die Plattform – sodass die Produktion ökonomischer ist und eine konsistente Qualität gewährleistet wird.
Die Synergien innerhalb des Volkswagen Konzerns sind also eindrucksvoll. Die Marken Audi, VW, Skoda und Seat stehen nicht nur für unterschiedliche Marktsegmente; sie repräsentieren auch eine Art industrieller Fusion die es ermöglicht, Ressourcen und Technologien zu teilen. Für den Endverbraucher heißt das oft, dass sie in einem Audi das Vertrauen und die Technik von VW finden können – und umgekehrt. Der Eindruck: Dass Audi eine eigene unabhängige Motorentechnologie führt, kann also irreführend sein. Die technisch identische Basis sorgt für Vertrautheit im Fahrverhalten und in der Performance der Fahrzeugmodelle innerhalb des Konzerns.
