Die Verwendung des Genitivs bei Abkürzungen kann verwirrend sein – vor allem, wenn es um die korrekte Anwendung des „s“ geht. Der linguistische Begriff „Genitiv-s“ bezieht sich auf diese spezifische Endung die bei Nomen eingesetzt wird um zu zeigen, dass etwas zu jemandem oder etwas gehört. Es gibt klare Regeln – die in diesem Konzu beachten sind. Abkürzungen ´ so lautet die Faustregel ` werden nach den gleichen Prinzipien behandelt wie das ausgeschriebene Wort. Beispiel gefällig? „Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs besagt“ wird zu „Die Rechtsprechung des BGH besagt."
Feminina Abkürzungen bleiben im Genitiv unverändert. Beim Maskulinum und Neutrum erscheint oft das „-s“. Das ist die Regel, oder? Doch nicht in jedem Fall. Ein gewisses Maß an Differenzierung ist notwendig. Es gibt verschiedene Arten von Abkürzungen: "echte" Abkürzungen sind ein Beispiel. Eine Form ´ die vielleicht weniger bekannt ist ` sind Buchstabenwörter wie LKW. Man schreibt „Lastkraftwagen“, deshalb könnte man meinen, dass das Genitiv-s ebenfalls hier angebracht ist.
Schauen wir uns das genauer an. Silbenwörter verhalten sich oft anders. Nehmen wir das Wort „Schupo“, eine Abkürzung für „Schutzpolizei“. Normalerweise werden Abkürzungen nicht gebeugt um Missverständnisse zu vermeiden. Aber das ist nicht immer die Lösung! Bei Namen sieht die Sache anders aus. Ein Beispiel: Goethes Werke – dies wird zu G.s Werke. Kannst du den Zusammenhang erkennen?
Eine spannende Frage taucht auf, wenn es um Namen geht die auf Zischlaute enden. Der Name Michael Kohlhaas könnte spannend sein: "Michael Kohlhaas' Leben" wird zu „M. K. Genitiv der Abkürzung: M. K.s oder M. K.?“. Die zweite Lösung mit dem Auslassungszeichen scheint der richtige Weg zu sein. Was hältst du davon?
Jedoch um es klarzustellen – die Formulierung „Rechtsprechung des BGH“ ist im Deutschen korrekt. Im Englischen ist dies anders; dort verwendet man das „'s“.
Für meinen Bereich wird **kein** „s“ an „BGH“ oder „OLG“ angehängt. Das ist eine Ansicht – die sich in der Fachliteratur kaum findet. Tatsächlich – ich habe noch nie etwas anderes gesehen. Die Pluralbildung von Abkürzungen ist zudem ein Thema für sich. "AGBs" – das klingt nicht richtig, oder? Hierbei ist es ähnelt falsch.
Viele Regeln, viele Ausnahmen – das ist das Spannungsfeld bei der Anwendung des Genitivs in Kombination mit Abkürzungen! Vor allem im Schriftverkehr spielt die richtige Anwendung eine große Rolle. Ein kleiner Fehler kann zu Missverständnissen führen. Aber wenn man erst einmal die Grundlagen verstanden hat ist es durchaus machbar. Was hast du bis jetzt gelernt?
