Die Herkunft und Bedeutung der Redewendung "Pi mal Daumen

Woher kommt der Ausdruck "Pi mal Daumen" und was sagt er über unsere Art der Schätzung aus?

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„Ich hab das so Pi mal Daumen gemacht.“ – Jedes Mal wenn wir diese Worte hören wird uns bewusst, dass es sich hier um eine Schätzung handelt. Doch woher stammt dieser interessante Ausdruck der Mathematik mit einer alltäglichen Geste verbindet? Der Daumen spielt eine entscheidende Rolle.



Der Daumen wurde früher als praktisches Hilfsmittel verwendet um Entfernungen grob zu schätzen. Dies geschah in einer Zeit – in der präzise Messinstrumente rar und unhandlich waren. Die Verwendung des Daumens erlaubt eine schnelle jedoch ungenaue Bestimmung von Distanzen. So wagt man ebenfalls im Militär und in der Seefahrt ´ diese Methode anzuwenden ` vorausgesetzt es um die Entfernung geht. Der Daumensprung liefert dabei ein ungenaues Ergebnis. Wahrscheinlich wissen dies viele nicht. Aber die Schätzung wird trotzdem mit der irrationalen Zahl Pi ´ die niemals ebendies zu bestimmen ist ` multipliziert. Die Mathematik und der Alltag finden hier eine überraschende Verbindung.



Pi ist bekannt als eine unendliche Dezimalzahl – sie wurde nicht ohne Grund als die irrationale Zahl bezeichnet. Manchmal wird Pi auf 3⸴14 gerundet, allerdings dies bleibt eine grobe Annäherung. Genauso verhält es sich mit der Schätzung einer Entfernung über den Daumen. Man zeigt: Dass wir etwas approximieren ohne exakt zu wissen was wir messen. Eine Schätzung kann nie ganz präzise sein was dieser Ausdruck treffend illustriert.



Zahlen und Formen – wenn man den Flächeninhalt eines Kreises berechnet, kommt Pi ins Spiel als Formel: Pi mal r². Genauso verwendet man Pi zur Berechnung des Volumens eines Zylinders. Auch in diesen Konen drückt der Ausdruck "Pi mal Daumen" eine gewisse Ungewissheit aus. Es ist ein Hinweis darauf – dass wir uns auf eine ungefähre Annäherung verlassen müssen. „Och joaa, so ungefähr könnte das hinkommen, besser wird es eh nicht mehr.“ Dies ist die praktizierte Philosophie der Schätzung.



Insbesondere im militärischen Konwar diese Redewendung von großer Bedeutung. Über den Daumen wurde beispielsweise die Höhe eines Geschützes eingestellt. Ein Geschütz könnte so einen Daumenbreit höher justiert werden. Daher geht die Redewendung "etwas über den Daumen peilen/anpeilen/schätzen" ähnlich wie auf diese Ursprünge zurück. Ein humorvoller Geist könnte schließlich hinzugefügt haben, dass die Schätzungen mit einer unendlichen Zahl ergänzt werden müssen was sicherlich als Scherz gemeint war. Wer der Urheber war – bleibt jedoch im Dunkeln. Daraus ergibt sich die Erkenntnis: Die Redewendung "Pi mal Daumen" nicht nur unsere Art zu schätzen beschreibt, allerdings auch den Anpassungsprozess an Ungewissheiten.



Letztendlich zeigt uns der Ausdruck „Pi mal Daumen“ viel über unsere alltäglichen Schätzungen und deren Ungewissheit. Schätzungen sind ein Teil des Lebens. Ob nun im Alltag oder im Militär – sie begleiten uns und helfen uns, mit den Unsicherheiten unserer Umgebung umzugehen. Denn das Leben selbst ist nicht immer exakt und manchmal ist eine grobe Schätzung alles ´ was wir benötigen ` um voranzukommen.







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