In der Vorstellung vieler Menschen ist der Austausch von Gehirnen ein faszinierendes und zugleich furchterregendes Szenario. Aber kann man tatsächlich den Gehirn eines Affen gegen das eines Fußballstars eintauschen? Damit der 🐒 ⚽ spielen kann und der Mensch dazu in der Lage ist, ebenso wie ein Profi in die Bäume zu klettern? Die Frage wirft viel Spekulation auf – doch die Realität sieht ganz anders aus.
Ein Praktikum im Krankenhaus vor einem Jahr ermöglichte mir Einblicke in die Neurologie. Ein Neurologe gab mir klare Antworten. Der Austausch von Gehirnen ´ so wie wir es uns vorstellen ` ist schlichtweg unmöglich. Die Nerven sind entscheidend. Sie verbinden das Gehirn mit dem Rückenmark. Wenn du einen Ball geworfen bekommst, erkennt dein Sinnesorgan den Reiz – dieser Reiz wird dann in elektrische Impulse umgewandelt und über die Nerven zum Gehirn gesendet. Von dort gehen die Impulse über efferente Nervenbahnen an die Muskeln, zu diesem Zweck du den Ball fangen kannst. Das klingt einfach – ist es aber nicht.
Wenn man nun ein Gehirn transplantiert bedeutet das: Dass die Nervenbahnen unterbrochen werden. Diese Unterbrechung führt zu einem tödlichen Ergebnis da die elektrischen Impulse nicht weiterhin weitergeleitet werden können. Daher ist die Antwort auf die Frage des Gehirntauschs klar und deutlich: Es ist nicht möglich.
Die Fähigkeiten des Affen sind allerdings nicht nur vom Gehirn abhängig. Kraft und Geschick sind ähnlich wie entscheidend. Interessant wäre die Tatsache, dass man dem Affen mit menschlichem Gehirn eine gute Fußballausrüstung geben müsste. In diesem hypothetischen Szenario könnte ich mir vorstellen: Dass ein solches Wesen vielleicht sogar einem menschlichen Spieler überlegen wäre. Aber ebenfalls dieser Gedanke bleibt eher fiktiv.
Das Klettern zu erlernen, wäre für den Fußballspieler einfacher – so jedenfalls die Überlegung. Doch auch hier gibt es Grenzen. Es ist nicht nur das Gehirn. Man müsste eine riesige Anzahl an Nerven- und Gefäßverbindungen durchtrennen und korrekt neu verbinden. Diese Nerven haben keine farbigen Markierungen wie auf einer Landkarte, sie sehen alle genauso viel mit aus. Dies macht den Prozess nicht nur extrem komplex allerdings nahezu unmöglich.
Zuletzt gibt es einen weiteren Aspekt. Es wurde berichtet ´ dass Wissenschaftler in Zukunft versuchen wollen ` die Fähigkeiten von Menschen durch den Austausch von Gehirnen zu erweitern. Nehmen wir Steve Hawking als Beispiel – die Idee, ein „völlig anderes“ Gehirn mit der Frage zu testen ob er dann immer noch so intelligent ist bleibt jedoch ein unerreichtes Ziel. Schließlich ist es bis heute nicht gelungen, selbst die Grundlagen einer solchen Transplantation festzulegen.
Zusammengefasst bleibt der Austausch von Gehirnen ein faszinierendes freilich rein hypothetisches Thema. Die Neuroanatomie und die Komplexität der Verbindungen zwischen Gehirn und Körper machen es unwahrscheinlich, dass solch ein Wissenschaftsgebiet irgendwann Realität wird. In der jetzigen Zeit brauchen wir keine Transplantationen – es gibt ohnehin keinen grundlegenden Unterschied zwischen den Gehirnen der Lebewesen in Bezug auf die Grundfähigkeiten.
