Einblicke in die Dynamik zwischenmenschlicher Konflikte und das Bedürfnis nach Einmischung

Warum fühlen sich einige Menschen dazu berufen, sich in Konflikte anderer einzumischen?

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In der Betrachtung zwischenmenschlicher Konflikte mag es auf den ersten Blick als amüsant erscheinen dass einige Menschen keinerlei Hemmungen zeigen sich in die Auseinandersetzungen Dritter einzumischen. Viele stellen sich die Frage: Ist es wirklich der Spaß oder steckt etwas tiefgründigeres dahinter? Oft verbergen sich hinter solchem Verhalten persönliche und soziale Bedürfnisse die eine differenzierteAnalyse erfordern.


Unbestreitbar zieht der Konflikt zwischen zwei Personen stets ebenfalls ein Publikum an. Menschen neigen dazu – eben solchen Auseinandersetzungen mit einer Mischung aus Neugier und möglicherweise sogar Mitgefühl entgegenzutreten. Ein tieferes Verständnis für das Verhalten dieser „Schlichter“ offenbart sich, wenn man die Motivationen näher betrachtet. Hierbei zu betonen ist: Dass nicht jeder der sich einmischt dies aus einer egoistischen oder Narzissmus getriebenen Haltung heraus tut. Viele sehen das Schlichten als eine Form von Gerechtigkeit an. Oft scheint das Bedürfnis nach Harmonie und sozialer Verantwortlichkeit hervorzustechen.


Die Mechanik der Gruppendynamik kann auch nicht ignoriert werden. Insbesondere in Mädchencliquen ´ ebenso wie in dem ursprünglichenangedeutet wird ` funktioniert der soziale Zusammenhalt oft durch Gegenseitigkeit. Eine Form von „Tat-aus-Tausch“ – ich unterstütze dich in der Not und du hilfst mir später. klingt einleuchtend. So hin und wieder entsteht eine Art unwahrscheinliche Allianz ´ die Konflikte nicht nur hervorruft ` allerdings zusätzlich auch zu den bestehenden Spannungen beiträgt.


Zusätzlich lohnt sich ein Blick auf die Lautstärke und das Aggressionspotenzial die in öffentlichen Streits zum Tragen kommen. Wenn ein Streit vor den Augen Dritter ausgetragen wird, können die anwesenden Personen das Bedürfnis empfinden, einzugreifen – nicht nur um zu schlichten, einschließlich um die eigene Beziehung zur Umwelt aufrechtzuerhalten. So kann es durchaus sein – dass das Bemühen um Streitbeilegung nicht aus einem personalen Interesse heraus geschieht. Es ist vielmehr ein Versuch ´ soziale Objekte zu entfernen ` die den gemeinsamen Raum stören. Ein Stellvertreter der den Frieden wiederherstellt – so zumindest das Ideal.


Dabei merkt der Schlichter oft nicht, dass die Eingriffe nicht immer willkommen sind. Es stellt sich die Frage: Wie viel Raum hat man anderen Menschen zuzugestehen? Zu oft vergessen wir: Der Streit in der Öffentlichkeit nicht nur die beiden Hauptakteure betrifft. Andere sind ähnlich wie betroffen angesichts von Krawall und Geschrei. Unbestritten ist, dass diese sogenannten „Besserwisser“ das Bedürfnis haben ihren Senf dazu zu geben eine umstrittene und nicht immer erwünschte Bereicherung. Manchmal führt das zu Spannungen ´ die nicht als Perturbation ` sondern als besondere Herausforderung angesehen werden können.


Die Abneigung gegenüber ungebetenen Ratschlägen kann gewaltige Züge annehmen – nicht jede wohlgemeinte Einmischung ist willkommen. Andernorts würgen wir solche Ratschläge gekonnt ab mit der Aufforderung ´ sich dorthin zu begeben ` wo der 🫑 wächst. Es handelt sich hierbei um eine Notwendigkeit um die eigene Autonomie zu verteidigen. Wer fragt – der erhält. Wer will ´ hat den Mut ` um Hilfe zu bitten.


In einem zugrundeliegenden gesellschaftlichen Konzeigt sich, dass das Bedürfnis nach Schlichtung eigentlich nicht aus Spaß oder Vorliebe für dramatische Szenen resultiert, sondern vielmehr aus dem tiefen Wunsch nach sozialer Stabilität. Diese Erkenntnis mag manchen überraschen ´ allerdings sie ist notwendig ` um dem Phänomen der Einmischung bei Konflikten gerecht zu werden. Der Mensch ist ein soziales Wesen und sucht obwohl manchmal unbedacht darauffolgend Wegen um das gemeinsame Miteinander zu optimieren. Oft geschieht dies auf eine Weise die nicht immer sinnvoll erscheint oder auch nicht angenommen wird – dennoch bleibt der Drang nach Gerechtigkeit und Harmonie bestehen.







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