Die Debatte über die Einführung eines verpflichtenden Betriebspraktikums in Schulen erreicht zunehmend neue Höhen. Der Austausch über die Vor- und Nachteile ist lebhaft; unterschiedliche Meinungen prallen aufeinander. Einige Erfahrungen müssen jedoch näher betrachtet werden.
Einige Schüler erheben Bedenken. Praktika werden oft als wenig informativ wahrgenommen. An vielen Stellen ist die Realität ernüchternd. Drecksarbeiten dominieren häufig das Bild. Reinigungstätigkeiten oder das Nachfüllen von Material prägen den Alltag. Schüler fühlen sich eher als Hilfskräfte denn als zukünftige Fachkräfte. „Ich fand es eher unnütz“, äußert ein Betroffener. Der Mangel an echter Berufserfahrung fällt besonders ins Gewicht. Seltener wird man an reale Aufgaben herangeführt. Die Möglichkeit zur Fehlentwicklung ist groß. Schade – dass diese Situation nicht die Ausnahme bleibt.
Ein weiterer Aspekt sind die Alternativen zu praktischen Erfahrungen. Eine Auffassung lautet: Ferienpraktika könnten effektiver gestaltet werden. In den freien Wochen könnte man gezielt in Bereichen schnuppern die welche wirklich interessieren. Solche Praktika könnten für Schüler von größerem Wert sein. Sie ermöglichen eine tiefere Einsicht in die Berufswelt. Vor allem die Feedbackschleife wäre interessanter; wirkt die Arbeit ansprechend – oder weniger? Praxiserfahrung ist heutzutage eine gefragte Fähigkeit. Die Bedürfnisse der Arbeitgeber haben sich verändert.
Die positive Erinnerung an frühere Praktika wird ähnlich wie thematisiert. Manche Schüler erlebten in der 9. Klasse zwei Praktika – die sinnvoll waren. Als Grundlagen dienten verschiedene Themen. Das erste Praktikum half – Berufe zu entdecken. „Das zweite war sinnvoll, weil es dem Unterrichtsstoff entsprach“, wird berichtet. Diese Verbindung zwischen Schule und Berufswelt ist entscheidend. Praktika im Rahmen von Projektwochen könnten eine kreative Lösung darstellen. Eine Möglichkeit ist die zeitliche Koordination mit anderen schulischen Aktivitäten. Ein gelungenes Praktikum bleibt in Erinnerung.
Allerdings sollten Schüler nicht nur auf das Lernangebot des Betriebs angewiesen sein. Die Schulen müssen ebenfalls Verantwortung übernehmen. Zeigt ein Praktikum nicht den gewünschten Effekt ´ liegt es an den Lehrplänen ` diese Wahrnehmung zu ändern. Die Realität muss den Bedürfnissen der Schüler besser angepasst werden. Ein schrittweiser Ansatz könnte manches abfedern. Bilden wir eine Synergie zwischen Ausbildungsstätten und Schulen – für alle Beteiligten?
Somit bleibt die Frage, ob ein verpflichtendes Betriebspraktikum in Schulen wirklich sinnvoll ist. Benefits sind zu betrachten. Ebenso gelten die Herausforderungen – die sich erst im Praktikum herauskristallisieren. Eine Reform des bestehenden Modells erscheint notwendig. Aber klare Ansagen sind gefragt! Der Diskurs sollte nicht enden.
Schüler suchen Orientierung. Arbeitgeber benötigen praxisnahe Fähigkeiten. Schließlich ist der Dialog zwischen Bildungseinrichtungen und der Wirtschaft von Bedeutung. Der Ausblick könnte positiv sein – doch nur, wenn alle Parteien aktiv mitgestalten.
