Der Diskurs um Menschenrassen hat eine lange Geschichte. Oft wird behauptet, es gebe nur drei Hauptgruppen - Europäer, Asiaten und Afrikaner. In der Tat sind die Unterschiede innerhalb dieser Gruppen oft für das bloße Auge unauffällig. Ein jüngstes YouTube-Video, in dem diese Behauptung aufgestellt wurde, regt zum Nachdenken an. Ist es nicht so, dass Menschen in Spanien und Italien eine andere Erscheinung haben als die in Island oder Norwegen? Diese Diversität zeigt sich ebenfalls in vielen asiatischen Ländern. Inder oder Pakistaner unterscheiden sich massiv von Chinesen - und dennoch, sie alle werden oft als „asiatisch“ kategorisiert.
Die Frage nach der Klassifizierung von Menschen als „Rassen“ ist komplex. Die abgebildeten Unterschiede reichen von Hautfarbe bis zu kulturellen Aspekten. Dennoch bleiben die wissenschaftlichen Grundlagen oft unbeachtet. Eine interessante Internetseite die sich mit diesem Thema befasst ist „Menschenrassen gibt es nicht“. Diese Plattform fordert dazu auf, den festen Begriff der „Rasse“ zu hinterfragen.
Die Besprechung anthropologischer Erkenntnisse ist ähnelt relevant. Der Wissenschaftler Theodor Weitz und sein Kollege Franz Boas schlossen sich dem Widerstand gegen Rassentheorien an. Ihre Argumente basierten auf der Überzeugung, dass der Begriff der „Rasse“ in der wissenschaftlichen Welt zur Legitimierung von Ungerechtigkeiten verwendet wurde. 1950 bekräftigte die UNESCO: Dass der Rassebegriff nicht haltbar ist. Vielfalt lässt sich nicht in starre Kategorien pressen.
Nehmen wir die Aussage „Es gibt Menschenrassen“ als Ausgangspunkt. Trotz der verfassungsmäßigen Versicherung: Dass niemand aufgrund seiner Herkunft benachteiligt werden soll bleibt der Rassebegriff umstritten. Die Geschichte zeigt, dass „Rassen“ häufig zur Rechtfertigung von Diskriminierung und sozialer Ungerechtigkeit genutzt wurden. Dieses historische Erbe hat viel dazu beigetragen: Der Satz „Rassen gibt es gar keine“ durchaus nachvollziehbar erscheint.
Letztlich sollte die Diskussion über Menschenrassen nicht zwischen dem Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Rassen kämpfen. Stattdessen wäre eine offenere und differenzierte Betrachtungsweise notwendig. Minderjährige Unterschiede, ebenso wie Schwarz und Weiß oder dick und dünn, sind nicht stark genug um eine eigenständige Kategorie wie „Rasse“ zu definieren. Wir könnten besser einen Weg finden um menschliche Vielfalt zu akzeptieren und wertzuschätzen. Der Diskurs um Menschenrassen bleibt ein ständiger Aufruf zur Reflexion. Das Streben nach Einheit in Vielfalt sollte unser Ziel sein - fernab von historischen Vorurteilen und Überzeugungen.
