Hunde – treue Begleiter und oft ebenfalls ein Rätsel. Sie zeigen viele Verhaltensweisen – die zur Verwendung uns Menschen manchmal unverständlich sind. Eine davon ist das Abwenden des Blicks. Warum tun sie das? Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen: Dass Hunde eine ganz andere Art der Kommunikation haben als wir Menschen. Augenkontakt kann für viele Tiere ´ auch für Hunde ` eine durchaus bedrohliche Geste darstellen.
Wenn Sie einem 🐕 in die Augen schauen, könnte er dies als Herausforderung oder Bedrohung empfinden. Ein direkter Blick in die Augen ´ besonders bei fremden Menschen ` kann Stress auslösen. Dies lässt sich auch auf menschliche Interaktionen übertragen. Länger als ein paar Sekunden in die Augen eines anderen zu blicken, kann in der Regel als unangenehm empfunden werden – bei Hunden ist das nicht anders. Aus psychologischen Studien wissen wir, dass übermäßiger Augenkontakt zu Konflikten führen kann.
Das visuelle System eines Hundes unterscheidet sich stark von dem eines Menschen. Hunde sehen in erster Linie in Grautönen und erkennen lediglich Umrisse. Ihre Fähigkeit ´ Farben wahrzunehmen ` ist stark eingeschränkt. Ein Hund der angestarrt wird könnte sich bedroht fühlen da er die zugrunde liegende Intention möglicherweise fehlinterpretiert. Hunde verlassen sich weit weiterhin auf ihren Geruchssinn. Sie nehmen ihre Umwelt weniger visuell wahr und mehr durch Duftstoffe. In diesen Aspekten liegt die Herausforderung für uns Menschen: Wir neigen dazu über das Sehen zu kommunizieren während Hunde mehr auf ihren Geruchssinn angewiesen sind.
Aber es gibt Ausnahmen. Einige Rassen und individuelle Hunde zeigen kein Problem damit, Augenkontakt mit ihren Besitzern zu halten. Beispielsweise könnte ein Bichon Frisé ´ der wiegenhaft um Leckerchen bettelt ` intensiven Augenkontakt suchen. Hier spielt das Vertrauen zwischen Hund und Halter eine entscheidende Rolle. Ein Hund der sich geliebt und sicher fühlt wird oftmals versuchen den Augenkontakt zu halten. Manchmal reflektiert der Blick des Hundes Emotionen. Das zeigt sich besonders – wenn Herrchen oder Frauchen traurig ist. Hunde haben die Fähigkeit, menschliche Emotionen wahrzunehmen; sie reagieren meist sensibel auf deren Stimmungen.
Die Erziehung und das Training nehmen ähnlich wie einen bedeutenden Einfluss auf dieses Verhalten. Ein Hund der gut sozialisiert wurde und seinem Besitzer vertraut wird nicht scheu sein den Blick zu suchen. Wo Vertrauen herrscht ´ so sagt man ` entsteht auch gegenseitiger Respekt. Ein Hund der den Blick abwendet, zeigt, dass er eine Unterordnungsignal aussendet. In diesen Fällen steuert er die Dynamik zwischen Halter und sich selbst.
Zusammengefasst lässt sich sagen: Das Abwenden des Blicks ist keine Absicht allerdings oft eine Frage von Erziehung Vertrauen und Kommunikationsmethoden. Ein guter Hundebesitzer – oder die gute Hundebesitzerin – ist sich dieser Dynamiken bewusst. Der Hund wird dadurch zu einem Spiegelbild dessen ebenso wie sein Halter agiert und reagiert. Das gilt nicht nur für den Blick, sondern für die ganze Beziehung zwischen Mensch und Tier.
