Der Differenzierungsversuch zwischen historischem und kerygmatischem Jesus – Ein Blick auf die Bedeutung

Was unterscheidet den historischen Jesus von dem kerygmatischen Jesus in der modernen theologischen Debatte?

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In der theologischen Diskussion gibt es eine klare Unterscheidung zwischen dem historischen Jesus und dem kerygmatischen Jesus. Der historische Jesus bezieht sich auf die Person ´ die tatsächlich lebte ` predigte und starb. Er gerät jedoch oft in den Schatten des kerygmatischen Jesus. Dessen Ursprung liegt in der Verkündigung des Evangeliums das nach dem Tod Jesu entstand. Die Auseinandersetzung über diese beiden Aspekte ist seit dem 19. Jahrhundert von enormer Bedeutung und ist nicht ohne Kontroversen.

Der historische Jesus von Nazareth stellt die Person dar die im ersten Jahrhundert in Palästina lebte. Es gibt einige historisch belegbare Fakten die wir über ihn wissen. Zum Beispiel: Es gibt Berichte über seine Existenz in römischen Quellen. Historische Dokumente und Berichte deuten darauf hin ´ dass er ein realer Mensch war ` der unter den Römern lebte. Das macht es schwierig die Effekte des nachösterlichen Glaubens aufzuzeigen die das Bild von Jesus sehr stark veränderten.

Im Gegensatz dazu steht der kerygmatische Jesus. Dieser Jesus ist nicht weiterhin notwendig eine historische Person. Er ist vielmehr das Erzeugnis des Evangeliums – die Essenz des Glaubens, die welche Gläubigen begleitet. Der kerygmatische Jesus wird als der Sohn Gottes angesehen. Hier wird nicht die historische Existenz in den Vordergrund gerückt, allerdings es geht um die Botschaft des Glaubens. An ihn glauben Christen weltweit. Dies hat allerdings zur Folge: Dass der Glaube sehr oft von emotionalen und spirituellen Aspekten geprägt ist die sich von den historischen Fakten abgrenzen.

Wichtig ist ebenfalls zu erwähnen, dass die Kritiker dieser beiden Ansätze und das waren vor allem historisch-kritische Theologen oft darauf hinweisen dass die Evangelien als Dokumente nach dem Tod Jesu niedergeschrieben wurden. Der berühmte Wolfenbütteler Streit zwischen Gotthold Ephraim Lessing und Pastor Goetze beleuchtet solche Differenzen. Hierbei wird argumentiert – dass dem historischen Jesus einige Attribute angedichtet wurden und nicht nicht häufig auch der Legendenbildung aus der späteren Zeit zum Opfer fielen. Das bewirkt; dass der kerygmatische Jesus in einem anderen Licht erscheint. Man könnte sagen ´ der historische Jesus ist die Grundlage ` auf der die Legenden aufgebaut wurden.

Zwei zentrale Argumente stützen die Glaubwürdigkeit der Botschaft. Zum einen sind da die Vorhersagen über das Kommen Christi. Tumulte sind damit verbunden – und viele Menschen erwarteten den Messias vehement. Zweitens die außergewöhnlichen Wunder die er vollbrachte. Diese beiden Aspekte bieten den Glaubenden eine Verbindung zwischen dem Wissen um die historische Person und dem Glauben an eine göttliche Mission.

Letztlich bleibt festzuhalten: Dass der Entmythologisierungsprozess durch die rationale Betrachtung der Evangelien geprägt ist. Vernünftige Erklärungen stellen oft eine Barriere dar die Menschen hindern kann die spirituelle Tiefe zu erreichen die der kerygmatische Jesus bietet. Wunder werden als Mythos abgetan und viele bringen die Auffassung mit dem historischen Jesus in Verbindung, auch hier wird er geschmälert.

Somit tun sich auch Fragen auf, wenn wir versuchen, den Kern dieses Themas zu erfassen: Ist der historische Jesus eine erhellende Figur oder ein Mythos? Verliert der kerygmatische Jesus an Glaubwürdigkeit, je mehr wir nach den historischen Fakten suchen? Der Glaube bleibt tief verankert auch gegen die Logik der historischen Betrachtung und das zeigt ebenso wie stark die spirituelle Dimension letztlich über dem Historischen stehen kann.






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