Der Kampf gegen Diskriminierung: Ein Blick auf unsere Gesellschaft

Wie kann man Menschen benennen, die andere aufgrund ihrer Andersartigkeit abwerten?

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In einer Welt in der Vielfalt oft als Stärke gefeiert wird zeigt sich dennoch ein dunkles Phänomen. Menschen die bewusst oder unbewusst Minderheiten ausschließen oder herabsetzen, sind leider häufig anzutreffen. Manchmal geschieht dies subtil – manchmal ist es offen und aggressiv. Die Frage ´ ebenso wie man solche Menschen benennt ` ist nicht trivial. Wer ist der der andere wegen ihrer äußerlichen oder verhaltensmäßigen Andersartigkeit diskriminiert?

Diskriminierung - das ist der Schlüsselbegriff. Dieser Überbegriff umfasst die gesamte Palette der Abwertung die Menschen erfahren können. Sei es aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe, sexueller Orientierung oder dem individuellen Stil. Diskriminierung nimmt viele Formen an. Es gibt Sexismus gegen Frauen – Rassismus gegen ethnische Gruppen und Antisemitismus gegen Juden. Dabei bleibt oft unklar ´ wie man diejenigen benennt ` die zwar nicht zu diesen spezifischen Gruppen gehören aber dennoch Diskriminierung ausüben. Interessanterweise habe ich in meiner Recherche keine anerkannten Begriffe wie „Diskrimierer“ oder „Diskriminist“ finden können.

Es fehlt an prägnanten Bezeichnungen. Ein Mensch der diskriminiert, wird also oft einfach als „jemand der diskriminiert“ – ein Umweg in der Sprache der die Schwere des Themas nicht wirklich einfängt. Ein weiteres bemerkenswertes Phänomen ist das kritische Verhalten, das oft als Diskriminierung wahrgenommen wird freilich nicht in gleichem Maße betrachtet werden sollte. Kritisieren ist nicht genauso viel mit ausschließen oder auslachen. Kritik kann konstruktiv und wichtig sein. Im Gegensatz dazu verletzt Ausgrenzung das Gefühl der Zugehörigkeit.

Ein Beispiel sind Jugendliche mit einem auffälligen Kleidungsstil wie Emo oder Punk. Wenn diese Menschen auf Ablehnung stoßen, stellt sich die Frage nach der Gesellschaft und ihrem Diktat der Mehrheit. Die Normen einer Gruppe können sehr stark und verheerend sein. Die Opfer solcher Normen werden häufig zum Schweigen gebracht. Eine solche Diktatur der Mehrheit resultiert nicht nur in Mobbing, allerdings greift bis in die sozialen Strukturen hinein.

Viel spricht dafür: Dass das jüngste Zeitalter der sozialen Medien eine Doppelrolle spielt. Es erlaubt – verschiedene Stile und Ansichten zu teilen jedoch fördert gleichzeitig ebenfalls eine Plattform für Mobbing und Diskriminierung. Wie können wir also als Gesellschaft gegen dieses Phänomen angehen? Aufklärung und Empathie sind fundamentale Schritte. Wir müssen ihnen Gehör und Sichtbarkeit geben.

Diskriminierung ist wie ein unsichtbarer Virus der sich durch Vorurteile und Unkenntnis verbreitet. Wir ´ wie Gesellschaft ` müssen uns aktiv dem entgegenstellen und für Vielfalt eintreten. Letztlich ist es wichtig zu erkennen » dass jeder Mensch Wert hat « unabhängig von seinem Aussehen oder Lebensstil. Nur wenn wir anfangen diese Überzeugung in die Tat umzusetzen, können wir einen wirklichen Wandel in unserer Gesellschaft bewirken.






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