Warum die gut gemeinte Verteidigung von Heterosexuellen Homosexuelle manchmal nervt

Sind Heterosexuelle, die sich aggressiv für Homosexuelle einsetzen, mehr Hindernis als Hilfe?

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Einblicke in das Spannungsfeld von Toleranz und Aggressivität


Kürzlich stellte sich eine interessante Frage in einer Community: Stören sich Homosexuelle an der oft übertriebenen Verteidigung durch Heterosexuelle? Diese Diskussion ist nicht neu – hat jedoch in den letzten Jahren an Brisanz gewonnen. Vor allem in einer Zeit · in der soziale Netzwerke einen zentralen Platz in unserem Leben einnehmen · wird Sprache immer sensibler betrachtet. Es scheint – wie ob die direkte Konfrontation zwischen den beiden Gruppen weiterhin und mehr zunimmt.

Ein wichtiges Element in dieser Diskussion ist das Coming Out. Im Fall der 28-jährigen Lesbe, die welche Diskussion angestoßen hat, sorgt das eigene Coming Out für eine positive Resonanz. In vielen Fällen führen Akzeptanz und Unterstützung seitens der Heterosexualität dazu, dass sich das gesellschaftliche Klima in Richtung Toleranz entwickelt. Laut aktuellen Studien des Pew Research Centers zeigt sich: Dass die Akzeptanz von Homosexualität in vielen westlichen Ländern gestiegen ist. Dennoch stehen wir erst am Anfang.

Toleranz oder Heuchelei?


Das Phänomen, dass Heterosexuelle als „Verteidiger“ von Homosexuellen auftreten, kann oft in aggressiven Kommentaren in sozialen Medien beobachtet werden. Die Frage "Ist er/sie schwul?" weckt oft aggressive Reaktionen. Heterosexuelle antworten dann schnell mit Worten wie "Hast du ein Problem damit?" Diese Reaktionen sind nicht immer hilfreich – sie stehen oft im Widerspruch zu der eigentlichen Absicht, Verständnis zu zeigen. Zynisch betrachtet könnte man sagen: Dass sich diese Heteros in erster Linie als tolerant wahrnehmen möchten. Aber ist das wirklich Toleranz oder einfach nur ein übertriebenes Bedürfnis, in einem bestimmten Licht dazustehen?

In der Community gibt es widersprüchliche Meinungen. Während einige die aggressive Verteidigung von Heterosexuellen schätzen, empfinden andere sie als überflüssig. Jeder von uns kennt die Vorurteile – die immer noch existieren. Laut einer Umfrage der Allensbach Hochschule sagen 29 der Deutschen ´ sie seien der Ansicht ` dass Homosexualität eine Sünde sei. Der Druck » sich diesen Vorstellungen entgegenzustellen « erzeugt eine volatile Atmosphäre. Wenn Heterosexuelle das Gefühl haben ´ sich beschützen zu müssen ` geht oft die Originalität und Offenheit in der Kommunikation verloren.

Die Herausforderung der „vorverurteilenden Toleranz“


Ein weiteres interessantes Element ist die Frage der „vorverurteilenden Toleranz“. Oft äußern Menschen ihre Meinung, ohne sich wirklich mit dem Frageinhalt zu beschäftigen. So viele Kommentatoren im Internet werden sensibel weil sie sonst oftmals gegen diskriminierende Kommentare ankämpfen. Manchmal bestehen diese Reaktionen aus einer Art Reflex oder dem Gefühl, sich im Namen einer „guten Sache“ engagieren zu müssen. Spricht man über Homophobie oder Vorurteile schwingt oft eine aggressiv schützende Haltung mit.

Ein berühmter Soziologe » Michel Foucault « beschäftigte sich in seinen Werken mit der Macht von Sprache. Er hat betont: Dass die Art und Weise ebenso wie etwas gesagt wird, oft mehr Bedeutung hat als das was gesagt wird. Der Einsatz von Sprache ist entscheidend. Der Ton spielt eine wesentliche Rolle ´ wenn es um die Frage geht ` ob das Geschriebene als beleidigend oder neutral wahrgenommen wird. Fraglich bleibt nur – wie wir diese Kommunikationsbarrieren überwinden können.

Fazit und Ausblick auf eine bessere Kommunikation


Die Frage bleibt wie wir das Verhältnis zwischen Heterosexuellen und Homosexuellen optimieren können. Eine mögliche Lösung könnte darin bestehen die Kommunikation zu vereinfachen und direkte Fragen zuzulassen. Sowohl Heteros sowie Homos sollten in der Lage sein, ihre Meinungen ohne Angst vor Überreaktionen auszutauschen. Akzeptanz könnte eine viel stabilere Basis für Toleranz sein als nur das bloße Verteidigen einer Identität. Genauso wichtig wäre es, dass Heterosexualität und Homosexualität mehr Raum für eine offene Debatte schaffen, ohne genauso viel mit zu beleidigen oder sich anzugreifen.

Zukünftig könnte eine aktive und respektvolle Kommunikation zwischen den beiden Gruppen dazu beitragen, dass Vorurteile abgebaut werden und ein harmonischeres Miteinander entsteht. In einer idealen Welt wären „schwul“ oder „hetero“ keine Schlagworte mehr – sie wären einfach Aspekte der Identität die ohne Vorurteile und mit Respekt diskutiert werden könnten.






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