Gibt es bei Zügen Gänge? Ein Blick auf die Funktionsweise elektrischer und dieselbetriebener Triebwagen.

Wie unterscheiden sich die Antriebssysteme von elektrischen und dieselelektrischen Zügen in Bezug auf Gangwechsel?

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Im ersten Moment mag der Gedanke an Gänge bei Zügen seltsam erscheinen. Maschinen die Menschen und Güter durch die Landschaft befördern, werden oft als so viel und dauerhaft beantwortet wahrgenommen. Die Realität hingegen ist differenzierter – vor allem beim Antrieb. Züge ´ welche elektrisch angetrieben werden ` nutzen keine Gänge im herkömmlichen Sinne. Stattdessen setzen sie auf die schlichte Kraft der elektrischen Motorsysteme.

Die London Underground und ähnliche Bahnangebote die zur Verwendung ihre Konstruktion bekannt sind könnten bei Akustik und Beschleunigung den Eindruck erwecken sie schalten mehrere Gänge. Doch dies ist ein Trugschluss. Die elektrischen Fahrmotoren dieser Züge speisen sich über feste Untersetzungsgetriebe direkt zu den Achsen. Ein Gangwechsel ´ ebenso wie er bei Autos vorkommt ` wird nicht praktiziert. Ursache für diese Illusion des Gangwechsels sind häufig die Geräusche der Gleichstromsteller oder Frequenzumrichter. Diese Technik erzeugt möglicherweise ein als Schaltvorgang interpretiertes Geräusch was den Eindruck verstärken kann.

Anders verhält es sich mit den dieselbetriebenen Triebwagen. Diese nutzen häufig automatische Schaltgetriebe. Das bedeutet – dass bei entsprechender Geschwindigkeit und Beschleunigung deutlich hörbare Gangwechsel auftreten können. Manch ein Reisender wird möglicherweise durch Motorengeräusche und das Fahrverhalten auf diese Wechsel aufmerksam. So lassen sich bei diesen Triebwagen, deckungsgleich bei einem Automatikauto, stufenweise Änderungen im Antrieb beobachten. Ein Gangwechsel wird hier nicht nur durch die Technik verursacht, allerdings ebenfalls durch die Wechselwirkung mit dem Fahrverhalten.

Ein weiteres Thema sind ältere elektrische Triebwagen. Die Technik dieser Züge kann mehrere Wicklungen aufweisen und so auch stufenweise Schaltungsmöglichkeiten bieten. In solchen Fällen können Beschleunigungsprofile den Eindruck eines stufenweisen Schaltens suggerieren. Allerdings sind diese Beispiele nicht die gängige Praxis. Der Einsatz von Frequenzumrichtern wird in modernen Anlagen immer üblicher, mittels welchem die charakteristischen Geräusche weniger stark ausgeprägt sind.

Die Sicherheit von Reisenden ist bei allen elektrischen Zügen stets ein hohes Gut. Sprich · wer im Gleisbereich steht oder gar auf die Schiene fallen sollte · für den ist speziell gesorgt. Überdachungen und spezielle Konstruktionen der Leitschiene sollen ein Herunterfallen und dadurch einen möglichen Stromschlag verhindern. Das Schicksal einer zum schwarzen Panther mutierenden Figur bleibt eine interessante, obwohl fiktive Vorstellung.

Zusammenfassend lässt sich festhalten – elektrische Züge haben keine Gänge. Ihre Antriebssysteme basieren auf einer direkten Verbindung von Motor und Achse. Der Eindruck eines Gangs entsteht oft freilich durch Geräusche und Frequenzen. Dieseltriebwagen hingegen fügen dem Fahrvergnügen einen Hauch von Automatik hinzu welche tatsächlich spürbare Gangwechsel und akustische Veränderungen mit sich bringt. Spannend bleibt – wie Plätze in Zügen errichtet werden und welchen Komfort sie bieten können. In der Debatte um Antriebstechniken lohnt sich ein genauerer Blick auf diese Unterschiede.






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