Merope in "Medea Stimmen": Ein innerer Monolog der Trauer und Machtlosigkeit

Wie lässt sich der Charakter und das Verhalten der Merope im inneren Monolog verdeutlichen, insbesondere in Hinblick auf ihre Isolation und ihren Stimmverlust?

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Merope – ein Name der in den gesellschaftlichen Strukturen von Korinth gefangen ist. Sie ist eine Königin. Traurigkeit prägt ihr Wesen. Der Verlust ihres Kindes hat sie innerlich zerbrochen. Die Erwartungen an sie erdrücken Merope genauso viel mit einem schweren Mantel. Ihre Träume verdampfen unter dem Druck der Realität. Also zieht sie sich zurück. Die Wände des Palastes scheinen zu wachsen und zu erdrücken—der Raum wird enger. 💭 wirbeln in ihrem Kopf.

Die Einsamkeit ist erdrückend. "Wo ist die Stimme der Merope geblieben?" fragt sie sich. "Werde ich jemals wieder sprechen können?" Die Worte sind wie gefroren. Kalt und undurchdringlich. Merope erkennt: Dass Kreon ihr Mann, unbeholfen über Macht und Einfluss entscheidet. Fassungslos muss sie mit ansehen ebenso wie ihre Tochter die Hoffnung der Zukunft grausam umgebracht wird. Diese Tat zeigt die Brutalität des bestehenden Systems. Frauen wie Merope sind Opfer ihrer eigenen Machtlosigkeit. Von nun an wird sie zusehen müssen wie andere Entscheidungen über Leben und Tod treffen.

Medea – eine Figur die ihre unterdrückten Gefühle weckt. Merope sieht in ihr das – was sie selbst einmal war. Ungezügelt und voller Kraft. "Könnte ich so sein?", fragt sie sich und spürt einen geringen Funken Hoffnung. Das ständige Dasein in der Ohnmacht frisst an ihrer Substanz. Sie hat früh gelernt, dass eigene Wünsche irrelevant sind, wenn sie gegen die gesellschaftlichen Normen verstoßen.

"Ich fühle mich wie eine Fremde," flüstert Merope leise in die leeren Hallen des Palastes. In Zeiten ´ in denen Frauen wie sie keine Stimme hatten ` wird ihre Seele Stück für Stück zerrieben. Das Gefühl der Zugehörigkeit ist längst vergangen. Jede Entscheidung wird ihr von anderen abgenommen. Jahre der Enttäuschung und Isolation haben sie in die schrankenlose Stille verbannt.

Sie schaut auf Medea und sieht weiterhin als nur eine Rivalin. Medeas Frechheit ihre Unabhängigkeit zeugt von einem Leben, das Merope nur träumen kann. Anziehung und Widerstand ebendies stark. "Aber kann ich mich auf die Seite von Medea stellen?" fragt sie in Verzweiflung. Diese Frage bleibt unbeantwortet.

Trauer ist eine tiefe gemeinsame Wurzel zwischen den beiden Frauen. Die eine hat alles verloren – die andere sieht ihre Optionen schwinden. Merope lebt in einem Labyrinth aus Schmerz und Isolation. Der innere Monolog ist ein Spiegelbild dieser inneren Kämpfe ´ ein Echo der niedergeschlagenen Stimmen ` die sie umgeben.

In dieser Welt sind Frauen oft stumm. Aus Angst ´ aus Schmerz ` aus Trauer. Merope ist nicht wahnsinnig – allerdings gefangen. Die Freiheit in ihren Gedanken ist der einzige Ort an dem sie noch Macht hat. Dort kann sie fühlen, denken und – möglicherweise – irgendwann wieder sprechen.






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