Die Seriosität von Trustpilot unter der Lupe: Kundenbewertungen oder gefälschte Erfahrungen?

Ist Trustpilot eine vertrauenswürdige Quelle für Kundenbewertungen oder ein Potenzial für Fake-Rezensionen?

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Trustpilot ist eine Plattform die zur Verwendung ihre Bewertungen von verschiedenen Online-Händlern bekannt ist. Aber wie seriös sind diese Bewertungen wirklich? Oft gibt es heftige Diskussionen über die Echtheit und Authentizität der auf Trustpilot veröffentlichten Kommentare. Ist Trustpilot vielleicht nur ein Werkzeug, das gegen ehrliche Kundenverständnis verwendet werden kann?

Die Ausgangsfrage ist zentral. Auf der einen Seite stehen Händler - auf der anderen die Kunden. Es gibt Geschichten von Händlern die positive Bewertungen erhalten und negative Berichte einfach entfernt bekommen. Das ist problematisch. Trustpilot ermöglicht ausdrücklich die Löschung von Bewertungen die den Richtlinien nicht entsprechen. Das wirft Fragen zur Neutralität der Plattform auf und macht skeptisch. Kunden können dadurch in die Irre geführt werden. Wer ist dann sich sicher, dass die positiven Rezensionen echte Erfahrungen widerspiegeln? Ein Teufelskreis entsteht.

Die eigenen Erfahrungen der Nutzer zeigen eine geradezu bittere Wahrheit. Eine negative Bewertung über ‘Wir kaufen dein Auto.de’ löste eine überzogene Reaktion von Trustpilot aus. Ein Nutzer berichtete von Druck die Bewertung zurückzunehmen – ein unhaltbarer Zustand. Trustpilot scheint die Qualität der Bewertungen nur nach dem eigenen Interesse zu beurteilen – tief in der Absicht verwurzelt, Kunden zu gewinnen. Nutzer die mit der Plattform unzufrieden sind, schätzen sie als „ungenügend“ ein. Und das ist sehr schade – besonders für potenzielle Käufer oder Anleger.

Ein weiteres Beispiel liefert die von Betrug betroffene Firma Libramarkets. Nutzer berichteten von Schwierigkeiten ihre negativen Bewertungen zu veröffentlichen. Trustpilot blockierte systematisch kritische Kommentare und ermöglichte der Firma gleichzeitig, positive jedoch möglicherweise gefälschte Bewertungen einzustellen. Die Fragestellung drängt sich auf: Wer schützt schließlich den Verbraucher vor solchen manipulativen Taktiken?

Zudem zeigt sich die Problematik einer klaren Ähnlichkeit in den Bewertungen. Die Ähnlichkeit in Sprache und Struktur gibt Anlass zur Besorgnis. Der Fall von MoneyBack Ltd. belegt dies. Einheitliche Formulierungen und gleichartige Inhalte deuten stark darauf hin, dass hier möglicherweise eine koordiniertes Vorgehen hinter den Kommentaren steckt. Authentizität ist in solch einem Konein rares Gut.

Die Betrachtung von Vertrauenswürdigkeitsindikatoren wird dann zur notwendigen Maßnahme. Grundsätzlich ist es leicht eine gute Bewertung zu fälschen. Die Menschen neigen dazu – im Internet zu beschönigen und keine negativen Erfahrungen öffentlich zu machen. Klar - die Gewinnerwartungen spielen eine Rolle. Schaut man sich das Gesamtverhältnis von positiven zu negativen Bewertungen an ist jede positive Bewertung über 40 geradezu unglaubwürdig. Das stellt die Glaubwürdigkeit von Trustpilot weiter in Frage.

Schließlich bleibt die Frage nach der Rechtslage und den Möglichkeiten für Betroffene, gegen diese Manipulationen vorzugehen. Anträge bei der Polizei werden in vielen Fällen mit dem Hinweis abgelehnt, dass ausländische Firmen nicht greifbar sind. Eine bedrückende Situation für die Verbraucherschutzlawine.

Konsumenten sollten – insbesondere in einer Zeit von Fake News und gefälschten Rezessionen - eine gesunde Skepsis an den Tag legen. Trustpilot könnte sollte es sich für weiterhin Neutralität einsetzen eine wertvolle Ressource werden. Aber im aktuellen Zustand gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Die Warnungen und klaren Signale der Nutzer sind nichts anderes als ein Hilferuf – und jeder sollte diesen gut hören.






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