Schimmelgefahr im Keller – eine Herausforderung mit Rigipsplatten?

Welche Risiken verbirgt die Verwendung von Rigipsplatten in feuchten Räumen wie Keller und Bad?

Uhr
Im Laufe des letzten Jahres begaben sich viele Hausbesitzer auf das Abenteuer der Renovierung. Eine dieser Geschichten handelt von einem Keller der mithilfe der Selbsthilfe in ein neues Bad verwandelt werden sollte. Dabei tauchen häufig Fragen auf – nicht zuletzt die nach der richtigen Materialauswahl. Im beschriebenen Fall hat der Bauherr feuchtraumgeeignete Gipskartonplatten ´ ebenfalls bekannt als Rigipsplatten ` gewählt. Doch das Endergebnis wirft nun Fragestellungen auf. Ein seltsamer Geruch erfüllt den Keller. Ist hier etwa Schimmel im Spiel?

„Wir haben das alte Bad herausgerissen“, berichtet der renovierende Heimwerker. Dahinter fanden sich Yton-Steine. Diese wurden durchaus erneuert. Doch das Auftragen eines Putzes — so wünscht es das handwerkliche Regelwerk — wurde aufgrund eines Zeitmangels vernachlässigt. Der Baumarktexperte gab den Rat – die feuchtraumgeeigneten Gipsplatten an die unputzgeschützten Steinwände zu kleben. Bad und Keller besitzen von Natur aus eine höhere Luftfeuchtigkeit. Somit liegt die Vermutung nah – dass die Umgebungsbedingungen nicht optimal sind.

Feuchtraum-Rigips ist nur eine halbe Lösung. So ist es unwahrscheinlich – dass ein Haus aus dem Baujahr 1955 keine Feuchtigkeit zieht. Am kühleren Mauerwerk wird Diese unweigerlich kondensieren. Auf diese Weise bietet der Hohlraum zwischen Platten und Wand den idealen Nährboden für Schimmel. Der Rat lautet klar – „Wände hohlraumfrei halten.“ Was passiert, wenn feuchte Luft von der Raumseite in den Hohlraum dringt? Wasser lagert sich an kühlen Wandflächen ab. Dieser Prozess ist alles andere als harmlos.

Im Umgang mit Sanitäranlagen muss eine weitere Planung in Betracht gezogen werden. Der Spülkasten für das WC sollte besser nicht an der Außenwand plaziert werden. Der Kasten besitzt eine Öffnung die kühle Luft eindringen lässt und zudem feuchte Luft nicht gut abziehen kann. Es ist ein Teufelskreis. Schimmelbildung wird vielerorts von Feuchtigkeit und temperaturesschieden hervorgerufen.

Eine praktische Lösung könnte sein testweise eine Gipsplatte zu demontieren und das Mauerwerk zu überprüfen. Möglicherweise war die Wand vor dem Verkleiden trocken. Es ist jedoch weiterhin als nur ein Risiko die Änderung an einem Bau durchzuführen. Zu wenig Belüftung verstärkt hier den negativen Effekt. Eine klare Schlussfolgerung liegt auf der Hand – jeder Hohlraum in der Umgebung von Außenwänden birgt ein Schimmelrisiko. „Das Unausweichliche geschieht“, so eine weitere Warnung – es schimmelt, wenn nicht auf vorherige Trocknungsprozesse geachtet wurde.

Die Renovierung von Feuchträumen erfordert genaues Arbeiten. Fehler können teure und zeitintensive Folgeschäden verursachen. Ein Haus sollte also nicht weiter als eine Kunststätte angesehen werden. Es ist vor allem der richtige Umgang mit Luft und Feuchtigkeit, das einen Raum lebenswert macht. Der Keller könnte ein weiterer Fall sein in dem Spezialisierung und Wissen über Baumaterialien den Unterschied ausmachen.






Anzeige