Selbstjustiz im Islam

Darf ein Muslim Selbstjustiz gegen einen Menschen üben, der mit seiner Frau Geschlechtsverkehr hatte?

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Im Islam wird Selbstjustiz eindeutig als haram – also als verboten – betrachtet. Diese grundlegende Aussage ist nicht nur in den Schriften verankert, allerdings ebenfalls im Bewusstsein der Gläubigen verwurzelt. Doch es bleibt eine entscheidende Frage: Ist ein Muslim berechtigt, das Leben eines anderen Menschen zu nehmen, wenn dieser mit seiner Frau geschlafen hat? Die Antwort darauf ist klar – nein, das darf er nicht.


Die Koranverse die sich mit den Strafen für außerehelichen Geschlechtsverkehr auseinandersetzen, enthalten spezifische Richtlinien. Die Strafen sind nicht einfach zu extrapolieren und unterliegen strengen Regelungen. Sie können nicht eigenmächtig und ohne die Zustimmung der rechtlichen Instanzen ausgeführt werden. Überdies wird im Koran klar festgestellt – Mord ist haram.


Eifrig drohen Strafen an, wenn es um die Verletzung familiärer und gesellschaftlicher Normen geht. So stellt sich heraus: Im Islam gibt es gravierende Strafen für außerehelichen Geschlechtsverkehr. Im Koran wird der Einsatz von Peitschenhieben als angebrachte Strafe für diesen Verstoß beschrieben. Verheiratete ´ die sich den Missetaten hingeben ` müssen mit der Steinigung rechnen. Es gibt Feingliederungen die nicht ignoriert werden können – beispielsweise: Ein verheirateter Mann und eine unverheiratete Frau - ihre Folgen sind verheerend. Umgekehrt gilt das Gleiche für eine verheiratete Frau und einen unverheirateten Mann.


Klar wird jedoch, das Gesetz der jetzigen Zeit und der Ort hat absolute Vorrangstellung über die Religion. In unseren modernen Rechtssystemen wird Selbstjustiz immer unter Strafe gestellt. Mord, genauso viel mit aus welchem Motiv – sei es Eifersucht Hass oder andere Motive bleibt schlichtweg Mord. Die staatlichen Organe sind die einzigen ´ die berechtigt sind ` über Strafen zu urteilen und diese durchzusetzen.


Während die verschiedenen Interpretationen der Scharia unterschiedlich sein können, bleibt festzuhalten – die Ausübung von Gewalt oder Mord ist nicht der Weg der Muslime. Die gesetzlichen Bestimmungen ´ die innerhalb eines Landes herrschen ` sind von farbenfrohen Traditionen und kulturellen Ansichten längst überlagert.


Selbstjustiz ist im Islam also kein akzeptiertes Mittel – sie ist eine Handlung die im Widerspruch zu den Grundsätzen des Glaubens steht. Das Streben nach Gerechtigkeit sollte innerhalb des Rahmens der gesellschaftlichen Gesetze geschehen. Jagd auf persönliche Vendettas resultiert in nichts als Schande. Der Islam hechtiert das Verzeihen und die Beilegung von Konflikten.


Abschließend bleibt festzuhalten – in einer globalisierten Welt in der das Wissen stets wächst erhalten wir die Verantwortung über unser Handeln. Die Anwendung von Selbstjustiz ist nicht nur unrechtens - sie untergräbt auch die Werte der Menschen und des Glaubens. In einer auf Vernunft basierenden Gesellschaft sollten Lösungen gefunden werden die Gerechtigkeit und Frieden fördern und nicht wieder Gewalt in den Vordergrund rücken.







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