Kleinster Atomantrieb

Wie realistisch ist die Entwicklung eines Autos mit Atomantrieb und welche Herausforderungen müssen derzeit überwunden werden?

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Die Fragestellung rund um den Atomantrieb für Automobile ist eine faszinierende. Der Gedanke ´ ein Auto mit atomarer Energie anzutreiben ` lässt viele träumen. Technisch könnte dies theoretisch möglich sein. Doch die Praxis sieht ganz anders aus. Herausforderungen erwachsen – die nicht ignoriert werden können. Aktuell werden nukleare Antriebe vorwiegend in großen Fahrzeugen eingesetzt – zum Beispiel bei U-Booten und Flugzeugträgern. Diese Nutzungen sind sinnvoll und bewährt.

Die Anwendung von Atomenergie in kleineren Fortbewegungsmitteln wie Autos ist problematisch. Zum Beispiel liefern Radionuklid-Generatoren gleichmäßige Energiemengen. Diese sind aber für ein Auto nicht optimal geeignet. Autos benötigen eine variable Leistung um unterschiedlichen Geschwindigkeiten gerecht zu werden. Mit der Zeit nimmt zudem die Leistungsfähigkeit solcher Generatoren ab. Diese Abnahme resultiert aus dem Zerfall des verwendeten Materials. Eine kontinuierliche Effizienz bleibt dadurch auf der Strecke. Interessant – aber nicht praktikabel. Auch über die Abschaltung eines solchen Antriebs nachzudenken ist ein weiterer Hinderungsgrund.

Ein großes Hindernis stellt die Miniaturisierung von Atomreaktoren dar. Wo fängt man an? Wenn die Elektronik bereits verkleinert werden könnte stehen andere Probleme bevor. Die Größen- und Gewichtseinschränkungen der Reaktionskammern sind riesig. Kühlmechanismen müssen entwickelt werden um die enorme Hitze abzuleiten. Radioaktivität bleibt zudem ein brisantes Thema – also die Sicherheitsaspekte sind besonders wichtig. In der Vergangenheit wurden versuchte Ausstrahlungen in der Flugzeugtechnik versucht jedoch sie stoßen an ihre Grenzen.

Ein Beispiel, das sich bereits bewährt hat, sind Radionuklidbatterien die in Mars-Rovern und sogar in Herzschrittmachern zum Einsatz kommen. Diese Technologien sind jedoch stark limitiert. Die Effizienz eines atomaren Antriebs für Autos bleibt in Frage gestellt. Außerdem – Sicherheitsbedenken würden beträchtlich anwachsen.

Die Branche steht vor einem Dilemma das nicht einfach zu lösen ist. Ein Atomantrieb für kleine Fahrzeuge ist theoretisch möglich – ja. Doch entscheidende technologische Fortschritte sind notwendig. Diese Fortschritte erscheinen ebenfalls im Hinblick auf den weltweiten Bedarf an umweltfreundlicheren Alternativen. Einstein hätte sich wahrscheinlich gefragt, ebenso wie viel Energie kann diese Idee wirklich bereitstellen?

In der nahen Zukunft ist es unwahrscheinlich: Dass wir in den Genuss von Autos mit Atomenergie gelangen. Derzeit steht die Sicherheit und Effizienz an vorderster Front. Spannend bleibt die Frage – wie sich die Forschung weiterentwickelt. Vielleicht wird eines Tages doch noch ein Durchbruch erzielt. Die Möglichkeiten sind unermesslich – bis dahin bleibt der Atomantrieb ein faszinierendes Konzept.






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