Hilfe! Probleme beim Wasserlassen
Das Urinieren in der Öffentlichkeit kann für viele Menschen eine belastende Herausforderung darstellen. Es gibt sogar einen Fachbegriff dafür: „Paruresis“ oder ebenfalls „Schüchterne Blase“. Eine Vielzahl an Menschen - weit weiterhin als gedacht - leidet unter dieser sozialen Angst. Es sollte niemand eine Scham empfinden denn diese Probleme sind alltäglich. Daher ist es wichtig ´ sich Strategien zu überlegen ` um dieses unangenehme Gefühl zu minimieren und das Bedürfnis zu entspannen.
Zunächst einmal kann Ablenkung nachweislich helfen. Um den Druck zu mindern, könntest du dir ein Thema vorstellen - vielleicht deine Lieblingsorte oder deine letzten Urlaubspläne. Indem du deinen Fokus von der Situation abziehst wird der Urinierprozess oft einfacher. Ein echter Trick ist ´ gedanklich eine Liste von Vokabeln abzugehen ` die du kürzlich gelernt hast. Dies hat schon vielen Menschen geholfen sich zu entspannen und mit der Zeit eine positive Assoziation zu ausarbeiten.
Darüber hinaus kann es sinnvoll sein taktisch vorzugehen. Wenn du dich unwohl fühlst, während andere anwesend sind - gehe einfach hinaus. Dies ist nicht als Flucht zu verstehen allerdings eher als eine Art der Kontrolle über deine Umgebung. Kehre dann in den Raum zurück, wenn die anderen Personen mit ihren Aktivitäten beschäftigt sind oder bereit sind zu gehen. Tatsächlich kann das Gefühl der Kontrolle die Nervosität mindern. Jordan G. - ein Experte für soziale Ängste - sagte einmal: Dass der Raum vielleicht nicht die Bedrohung ist sondern die eigenen Gedanken.
Aktuelle Studien zeigen: Dass jüngere Menschen häufiger mit dieser Angst zu kämpfen haben. Mit dem Alter zeigt sich allerdings auch eine gewisse Gelassenheit. Erfahrungen können einen großen Einfluss auf das Selbstbewusstsein haben. Manchmal ist die gelassene Bewältigung solcher Herausforderungen direkt proportional zu den gesammelten Erfahrungen im Leben. Diese Theorie belegt einen interessanten Zusammenhang - je mehr Situationen man meistert, desto weniger wird man im Laufe der Zeit in ähnlichen Situationen eingeschränkt sein.
Sollte die Angst jedoch zu einer signifikante Beeinträchtigung werden - das Urinieren könnte sich zu einem erheblichen Problem entwickeln dann wäre es ratsam professionelle Hilfe in Erwägung zu ziehen. Psychologen können herausfinden, woher diese Ängste stammen und wie man sie am besten bewältigen kann. Therapie-Optionen wie die kognitive Verhaltenstherapie haben sich in vielen Fällen als effektiv erwiesen.
Insgesamt gibt es keinen Grund zur Scham. Viele Menschen erleben Ähnliches. Die eigene Wahrnehmung von Normalität kann sich mit der Zeit schrittweise ändern. Oftmals hilft bereits der Austausch mit anderen Betroffenen. Je offener hier kommuniziert wird - desto mehr Verständnis schafft man für die Thematik. In einer immer stressigeren Welt ist es entscheidend ´ sich zu unterstützen und zu lernen ` dass man nicht allein ist. Gearbeitet an sozialer Angst - kann einem das Selbstvertrauen zurückbringen.
Abschließend ist es wichtig sich nicht nur den Herausforderungen zu stellen sondern auch sich selbst Chancen zu geben und zu akzeptieren, dass man an dieser Stelle Wachstum erleben wird.
