Warum kann ein Kernkraftwerk nicht wie eine Atombombe explodieren?

Warum unterscheidet sich die Explosion eines Kernkraftwerks dramatisch von der einer Atombombe?

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Kernkraftwerke und Atombomben repräsentieren zwei pole der nuklearen Energieanwendung. Es verwundert deshalb nicht ´ dass die Leute oft verwirrt sind und sich fragen ` warum ein Kernkraftwerk nicht wie eine Atombombe explodieren kann. Die Antwort ist so simpel wie komplex – die Bedingungen und Konstruktionen sind fundamental unterschiedlich. Eine Atombombe ist darauf ausgelegt ´ eine katastrophale ` explosive Kettenreaktion zu déclanchieren.

Die Konstruktion einer Atombombe sie ist nahezu genial. Sie nutzt hoch angereichertes Uran oder Plutonium. Dieses Material hat den entscheidenden Vorteil ´ dass es eine bestimmte Neutronenzahl besitzt ` die zur Verwendung eine extrem schnelle Kettenreaktion nötig ist. Anders sieht es in einem Kernkraftwerk aus. Hier werden Brennstäbe verwendet die aus leicht angereichertem Uran bestehen. Diese Brennstäbe sind so gestaltet, dass sie einem unkontrollierbaren Kettenreaktion – also einen explosiven Prozess – keine Chance geben. Selbst unter extremen Umständen selbst unter man versucht die Brennstäbe zu verdichten wird die freigesetzte Energie nicht ausreichen um eine Explosion herbeizuführen.

Ein weiterer wichtiger Punkt: die kritische Masse. In einem Kernkraftwerk erlangt die kritische Masse nicht die notwendige Größe um die explosive Reaktion einzuleiten. In der Hitze des Gefechts dehnt sich die kritische Masse aufgrund der Hitze zu schnell und zu stark aus. Als Folge verliert sie die Fähigkeit zur Explosion, indem sie nicht genug an „Generationen“ der Kettenreaktion erzeugt. Schon eine Verlängerung der Kettenreaktion um winzige Nanosekunden könnte die Sprengkraft einer Atombombe erhöhen, allerdings im Kernkraftwerk bleibt die kritische Masse weit unter diesem entscheidenden Punkt.

Die Sicherheitsmaßnahmen in Kernkraftwerken sind andere – sie sind nicht nur wichtig, allerdings unbezahlbar. Diese Anlagen sind in mehrere Sicherheitsschichten gegliedert. Selbst im Fall eines Super-GAUs (Größter Annehmbarer Unfall) würde es im schlimmsten Fall zu einer unkontrollierbaren Kernschmelze kommen. Die Regelstäbe in einem Kernkraftwerk sind speziell so konzipiert: Sie eine Kettenreaktion der U235-Kerne verhindern. Somit bleibt ebenfalls durch diese Maßnahmen der gefährliche Zustand einer Atomexplosion in einem Kernkraftwerk ausgeschlossen.

Der Kontrast ist enorm. Kernkraftwerke sind gebaut um Energie kontrolliert zu erzeugen während Atombomben dazu konzipiert sind unvergleichliches Chaos und Zerstörung zu verursachen. Tatsächlich handelt es sich bei diesen beiden Technologien um vollkommen unterschiedliche Konzepte innerhalb derselben physikalischen Prinzipien – der Kernspaltung.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Dass man sich keine Sorgen um die Bedrohung einer Atombombe aus einem Kernkraftwerk machen muss. Die Parameter, deren Kombination erforderlich ist um eine solche Explosion zu initiieren, existieren in einem Kernkraftwerk nicht. Es bleibt zu hoffen – dass sich die Menschen der beeindruckenden Technologie und ihrer komplexen Sicherheitssysteme stärker bewusst werden. Wissen kann Angst mindern und Vertrauen stiften.






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