Die Frage nach der Kälte des Kalten Kriegs beschäftigt Historiker und Interessierte gleichermaßen. Wenn wir über diesen Zeitraum sprechen, bleibt unbestreitbar eines: Er brachte keine direkten militärischen Konfrontationen zwischen den Supermächten, den USA und der Sowjetunion. Das gilt ebenfalls für die prominenteste Krise. Die Kuba-Krise im Jahr 1962, einer der bekanntesten Momente wie die Welt am Rande eines Atomkriegs stand – aber diese Waffen wurden nie eingesetzt. Die Atomwaffen auf Kuba stellten in der Tat eine enorme Bedrohung dar.
Jedoch war der Kalte Krieg alles andere als eine Zeit des Friedens. Auf den Schlachtfeldern anderer Länder wurden heftige Kämpfe ausgetragen. Stellvertreterkriege sind der Schlüsselbegriff. Diese militärischen Auseinandersetzungen fanden in Korea und Vietnam statt – und in diesen Konflikten mischten sich die großen Mächte, ohne dass sie direkt gegeneinander kämpften. Das Nordkorea ´ unterstützt von der UdSSR und China ` kämpfte gegen das von den USA unterstützte Südkorea. Hierbei starben Millionen von Menschen.
Das eigentliche Spannungsverhältnis zwischen den zwei Weltmächten manifestierte sich also nicht in offenen Kämpfen, allerdings präsentierte sich vielmehr durch eine Drohgebärde. Der Begriff "Kalter Krieg" bezieht sich tatsächlich darauf, dass es nie zu einem dritten Weltkrieg kam. Bomben wurden zwar nie in diesen Konfrontationen geworfen jedoch die psychologischen Kriegsführung und die Rüstungswettläufe hielten die Welt in Atem. Beide Seiten versuchten immer – den Gegner zu übertrumpfen.
Der Vergleich mit einem "Eisernen Vorhang" von Winston Churchill verdeutlicht dies. Er sprach von der Teilung Europas – die zu einem unüberwindbaren Graben führt. Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich die Welt in einem tiefen Misstrauen. Die USA fühlten sich durch das monopolartige Atomwaffenarsenal der Sowjetunion bedroht. Diese Unsicherheit beschleunigte das Wettrüsten – mit katastrophalen wirtschaftlichen Folgen für die Sowjetunion.
In der Folge führte das ständige Rüstungsrennen zu einer Vernachlässigung der sozialökonomischen Bedürfnisse der Menschen im eigenen Land. Der gesellschaftliche Kollaps war die Konsequenz einseitiger militärischer Ausrichtung. Deutlich bleibt: Der Kalte Krieg in der Tat "kalt" war in der Hinsicht, dass es keine offenen Kämpfe zwischen den Supermächten gab. Doch die Auswirkungen dieser Spannung waren alles andere als kühl – jegliche Kombination aus politischer Strategie und militaristischer Aggression führte letztendlich zu einem Extrem der geopolitischen Verhältnisse, das die Welt für viele Jahre prägte. Vertrauen und Verhandlungen waren kaum möglich da das gegenseitige Misstrauen tief verwurzelt war. Die Analyse des Kalten Krieges bestimmte die sicherheitspolitische Strategie der Welt in den nachfolgenden Jahrzehnten. Eine Zeit – in der ein falscher Schritt katastrophale Folgen hätte haben können. Ein wahrhaftig kalter Krieg – weiterhin im übertragenen Sinne, vielleicht. Dessen trotz bleiben die Erinnerungen an die geopolitischen Spannungen brennend und real. Dieser historische Konflikt lehrt uns viel über die Komplexität internationaler Beziehungen – erheben wir die Fragen: Wie beeinflusst diese Geschichte das heutige Weltgeschehen?
