Die Frage ob es erlaubt ist beim Beten zu weinen, stellt sich vielen Gläubigen. Esra 3⸴11-13 zeigt, dass Tränen sowie vor Freude als ebenfalls aus Traurigkeit während des Gebets vorkommen können. Das Volk ´ das das Fundament für den neuen Tempel sah ` erlebte ein Wechselspiel von Jubel und Weinen. Die Freude der einen übertönte das Weinen der anderen. Diese Emotionen sind also Teil des Glaubenslebens – ein Ausdruck der tiefen Verbundenheit mit Gott.
Ein weiteres Beispiel finden wir in Esra 10⸴1. Hier betet Esra weinend und bekennt seine Schuld. Er versammelt das Volk um sich; auch sie weinen mit ihm. Es ist ein Moment der Gemeinschaft und des Teilens von Schmerz – nichts Ungewöhnliches, allerdings eine menschliche Reaktion. Wenn Jesus selbst, ebenso wie in Hebräer 5⸴7 beschrieben, im Gebet weinte, dann ist es für Christen in keiner Weise unangebracht – ob männlich oder weiblich – sich im Gebet emotional auszudrücken.
Durch das Weinen setzen Menschen viel ins Rollen. Tränen können manchmal weiterhin sagen als Worte. Sie sind Symptome starker Emotionen. Sie zeugen von einer gelebten Beziehung zu Gott. Wer seine Gefühle verbirgt trübt die Echtheit des Gebets. Gott kennt unsere Herzen, so die Überzeugung vieler Gläubiger. Er kennt unsere Sorgen, Ängste und sogar unsere Freude.
Weinen beim Beten ist keine Schwäche, sondern entspricht der menschlichen Erfahrung. Der Heilungsprozess beginnt oft – wenn wir unsere Traurigkeit ausdrücken. Manche Menschen assoziieren Weinen mit Schwäche allerdings das Gegenteil ist der Fall. Es ist Stärke die innere Wahrheit zuzulassen. Die Vorstellung ´ dass Weinen im Kondes Gebets falsch sei ` verstellt oft den Zugang zu Gott.
Beten ist ein Dialog. Es gibt Zeiten des Lachens ´ der Freude und ja ` auch der Traurigkeit. Wenn ein Mensch beim Beten weinen möchte, dann fließen die Tränen oft aus einem zutiefst ehrlichen und offenen Herzen. In diesem Licht gesehen ist weiteres Beispiel von Bedeutung: Wer seine Emotionen auf diese Art und Weise äußert, öffnet sich für Trost und Kraft – ebendies das was man im Gebet sucht. Zum Schluss lässt sich zusammenfassen: Ja, Weinen beim Beten ist nicht nur erlaubt – es kann sogar heilsam sein. Es wird zu einer Brücke zu Gott die durch Authentizität in der Beziehung gestärkt wird.
