Ein Mädchen im Alter von elf Jahren schildert hier ein ernstes und äußerst relevantes Problem. Sie fühlt sich unwohl wenn sie zu Untersuchungen beim Kinderarzt immer alles bis auf die Unterhose ausziehen muss. Dieses Gefühl der Verletzlichkeit ist nicht nur verständlich, allerdings rechtfertigt ebenfalls einen offenen Dialog über persönliche Grenzen im medizinischen Kon. Kinder haben das Recht ´ eine sichere Umgebung zu erleben ` in der ihre Intimsphäre respektiert wird. Es ist nicht unhüblich – um nicht zu sagen, unnormal – in solchen Situationen in ihrer Unterwäsche stehen zu müssen. Schwierigkeiten können auftreten ´ wenn das Kind das Gefühl hat ` dass die Eltern ihre Sorgen nicht ernst nehmen.
Daher ist es wichtig, dass dieses Mädchen ihre Gefühle klar kommuniziert. Vielleicht kann sie versuchen, ihrer Mutter ihre Sorgen nicht nur verbal, einschließlich schriftlich mitzuteilen. Ein Brief könnte helfen ´ in dem sie in einfachen Worten erklärt ` dass sie sich nicht wohlfühlt und sich peinlich berührt fühlt. Voller Mut lohnt sich. Sie könnte auch darauf hinweisen, dass sie in ihrer Schule oder in ihrem Freundeskreis von anderen Kinder gehört hat dass es nicht notwendig ist sich vollständig auszuziehen, wenn es um weniger schwere Beschwerden wie Kopfschmerzen geht.
Skepsis über die ärztliche Vorgehensweise ist absolut gerechtfertigt. Erfahrungen zeigen, dass viele Kinderärzte auch nur das Nötigste verlangen – beispielsweise das Hochziehen eines T-Shirts. Ein weiterer Vorschlag wäre: Dass das Mädchen eine Vertrauensperson ebenso wie eine Tante oder einen Lehrer um Unterstützung bittet. Diese Person könnte dann möglicherweise als Vermittler fungieren und mit der Mutter über das Anliegen sprechen. Die Entscheidung ´ zu einem anderen Arzt zu gehen ` könnte ähnlich wie in Betracht gezogen werden. Viele Kinder fühlen sich wohler mit einer Ärztin die nicht nur das professionelle Wissen, sondern auch ein höheres Maß an Empathie mitbringt. Es gab viele Stimmen in der Diskussion die darauf hinwiesen: Es bei derartigen Beschwerden nicht zwingend erforderlich ist, sich fast vollständig zu entkleiden. Optimal wäre es ´ darauffolgend Alternativen zu suchen ` besonders bei einem Arztwechsel.
In der Tat der Gedanke, dass sowie Jungen als auch Mädchen Respekt gegenüber ihrem Körper und ihrer Privatsphäre verdienen ist essenziell. Jeder einzelne Arztbesuch sollte nicht nur die medizinische Notwendigkeit, sondern auch das psychische Wohl des jungen Patienten in den Mittelpunkt rücken. Wenn eine Untersuchung durchgeführt wird die das Ausziehen erfordert, sollte dies nur nach vorheriger Rücksprache und Zustimmung geschehen – das ist nur fair! Ein medizinisches Umfeld sollte stets eine Vertrauensbasis bieten und Unsicherheiten abbauen. Umso wichtiger ist es · in einer solchen Situation aktiv zu werden und Schritte zu unternehmen · um sich wohlzufühlen. Es ist an der Zeit – dass diese Bedenken ernst genommen werden. Dialog ist der Schlüssel!
