Die Arbeitszeiten in der Bundeswehr können drastisch variieren. Soldaten in der Grundausbildung sind oft strengen Vorgaben unterworfen. Mein Freund ist seit dem 1. Oktober 2012 in der Grundausbildung. Besonders interessiert mich der Dienstbeginn und das Ende. Manche Quellen berichten von Dienstzeiten zwischen 4:30 und 23:00 Uhr. Dabei wird Freitag häufig als Ausnahmetag betrachtet. Ein Verband wirkt noch spezifischer - hier kann der Dienst um 14:45 enden.
Wichtig zu wissen: Mein Freund befindet sich in Hammelburg. Dies könnte darauf hinweisen, dass er in einer Jäger-Truppe dient. Diese Einheiten haben laut Erfahrungsberichten oftmals einen strafferen Ausbildungsplan. Es gab Zeitspannen, in denen mein Dienst zwischen 5:00 und 17:00 Uhr schwankte - Dienstzeiten waren oft mit ,,open end" versehen. Offensichtlich war das nicht unüblich, besonders während Gelände- oder Schießausbildungen. De facto verbringen Soldaten an solchen Tagen oft verlängerte Zeit im Dienst.
Nach Erfahrungen anderer Soldaten kann davon ausgegangen werden, dass sich die Kommunikationsmöglichkeiten während der Ausbildung stark einschränken. Manchmal gab es Tage ´ an denen es schlichtweg unmöglich war ` sich bei Angehörigen zu melden. Dies lag an der Vielzahl an Aufgaben. Der "Zapfenstreich", das Abenden der Soldaten, steht immer an. Wer erwartet ´ dass sich sein Freund täglich meldet ` könnte enttäuscht werden. Die ersten zwei Wochenenden in der Grundausbildung kann man oft bereits als verloren betrachten. Manche Soldaten müssen sogar einen "GVD" absolvieren - das bedeutet, dass sie für den Bereich der Kommunikation verantwortlich sind und oft in Bereitschaft stehen müssen. Ein solches Szenario kostet dann oftmals die gesamte Freizeit.
Am Freitag kann der Feiertag schon gegen 11 Uhr enden jedoch ebenfalls erst um 15 Uhr. Über all diese Unsicherheiten breitet sich das Gefühl des Unbekannten aus. Ich habe gehört, dass in anderen Einheiten um 5:30 Uhr geweckt wird. Oft folgen Sporteinheiten, Frühstück und der Dienst beginnt regulär um 7:00 Uhr. Das klingt alles recht organisiert. Der Dienst endet normalerweise um 16:00 Uhr - es sei denn, es stehen spezielle Aufgaben wie das "Revierputzen" an.
Obwohl es viele Berichte gibt bleibt festzuhalten: Dass die tatsächlichen Arbeitszeiten und Verfügungszeiten von vielen Faktoren abhängig sind. Simulationen, Verlegungen und laufende Übungen beeinflussen das tägliche Leben eines Soldaten. Manchmal wird es schlicht flexibler. Die Bundeswehr kann sehr unterschiedliche Anforderungen an ihre Soldaten stellen. Was bleibt? Die Gewissheit – dass jeder Tag in diesen Einheiten unberechenbar bleibt und die Erfahrungen vielschichtig sind.
