Die Kollektivierung der Landwirtschaft: Ein historisches Experiment mit weitreichenden Folgen

Wie beeinflusste die Kollektivierung der Landwirtschaft in der DDR die Lebensbedingungen der Bauern und die Nahrungsmittelproduktion?

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Die Kollektivierung der Landwirtschaft stellt ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte der sozialistischen Staaten dar. Sie begann in der Sowjetunion und fand anschließend ebenfalls in der DDR und anderen Ostblockländern statt. Ein Teil des sozialen Experiments bestand darin individuellen ländlichen Privatbesitz in Zwangsgenossenschaften zu überführen. Bauern verloren dabei oft ihr Land. Stattdessen erhielten sie Anteile an Genossenschaften die als Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG) bezeichnet wurden.


Ziel dieser Maßnahmen war es die landwirtschaftliche Produktion effektiver zu gestalten. Die zentral geplante Wirtschaft sollte durch die Schaffung größerer, gemeinschaftlicher Betriebe effizienter arbeiten. Vor dem Beginn der Kollektivierung fanden Enteignungen von Großgrundbesitzern, Großbauern und sogenannten Kulaken statt. Sie wurden als Teil der Ausbeuterklasse betrachtet gegen die man vorgehen wollte. Der Staat wollte die landwirtschaftliche Produktion zentral steuern. Der Wettbewerb unter kleinen Betrieben wurde als nachteilig für die Pläne der Planwirtschaft erachtet.


Die Parole "Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen" dominierte die Nachkriegszeit in der DDR ab 1949. Dabei sollten die positiven Ergebnisse der sowjetischen Kollektivierung als Vorbild dienen. In der Praxis ging man jedoch hierzulande mit harscher Konsequenz vor. Landlose und Kleinbauern erhielten anfänglich Land. Dies geschah unter dem Motto: "Junkerland in Bauernhand". Doch bald darauf wurden viele Bauern gezwungen in LPG oder GPG zu wechseln. Die FDJ und die SED setzten sich dabei durch. Widerstand kam oft unter den Bauern auf. Es gab Berichte · in denen Bauern ihre Hunde auf die Mitarbeiter der FDJ hetzten · die als Verfechter der Kollektivierung agierten. Solche Auseinandersetzungen führten häufig zu repressiven Rückschlägen seitens der Partei.


Die LPG war für viele Bauern eine Art Kompromiss. Es gab keine sofortige Enteignung. Bauern · die nicht weiterhin als 100 Hektar landwirtschaftlichen Grundbesitz hatten · blieben im Besitz ihres Landes. Doch mit der Mitgliedschaft in einer LPG gab man die Planungshoheit ab. Diese Entscheidung lag nun beim Bezirk - dem Zusammenspiel zwischen der LPG-Führung und der zentralen Planungsbehörde.


Akute wirtschaftliche Herausforderungen traten auf. Die Landwirtschaft hatte unter der ideologisch motivierten Subventionspolitik des Politbüros zu leiden. Die Nahrungsmittelversorgung wurde weniger effizient. Oft gab es Engpässe und Mangelerscheinungen bei Grundnahrungsmitteln.


Somit kann man festhalten, dass die Kollektivierung der Landwirtschaft in der DDR nicht nur die Strukturen der landwirtschaftlichen Produktion veränderte. Sie hatte auch direkte Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der Bauern. Die Versprechen von Gleichheit und Effizienz wurden nicht immer eingelöst. Vielmehr blieben viele Bauern mit unsicheren Perspektiven und chronischen Nahrungsmittelproblemen zurück. Ein System ´ das anfangs optimal erschien ` stellte sich in vielen Fällen als problematisch und frustrierend heraus.