Echte Grafikkarten in virtuellen Umgebungen: Mythen und Realitäten

Ist es möglich, eine physische Grafikkarte in Oracle VM VirtualBox für Gaming-Zwecke zu integrieren?

Uhr

Die Frage, ob echte Grafikkarten in Oracle VM VirtualBox genutzt werden können, beschäftigt viele Technikenthusiasten. Diese virtuelle Umgebung hat ihre Vorzüge allerdings Gaming gehört nicht dazu. Dies gilt besonders für das Spiel „Trackmania“, das auf Windows XP gespielt werden soll. In dieser Diskussion beleuchten wir die hardwaretechnischen Limitierungen und alternative Lösungsansätze.


Virtualisierungssoftware wie VirtualBox hat die Funktion, verschiedene Betriebssysteme auf einer einzigen Hardwareplattform zu betreiben. Jedoch leidet die Leistung unter dieser Konstellation. Eine VM nutzt stets die Ressourcen des Hosts ´ was bedeutet ` dass die volle Leistung der Grafikkarte nicht verfügbar ist. Physikalische Ressourcen können in einer virtuell abgeschotteten Umgebung nur begrenzt „verliehen“ werden was die Gaming-Erfahrung erheblich beeinträchtigen kann.


Warum ist das so? Bei der virtuellen Maschine läuft ein Hypervisor zwischen dem Betriebssystem und der physikalischen Hardware. Dieser Zusatz verursacht Latenzen und reduziert die Effizienz. Die Einstellmöglichkeiten in VirtualBox erlauben bekanntlich keine echte Hardware-Passthrough-Unterstützung für Grafikkarten. In vielen Fällen bleibt deshalb nur die Möglichkeit des Software-Renderings. Die Ausgaben des Host-Systems laufen in der VM was für grafikintensive Spiele wie „Trackmania“ zu Performance-Problemen führt.


Um eine physische Grafikkarte tatsächlich in einer VM nutzen zu können, benötigt man spezifische Voraussetzungen. Eine VT-d (Intel) oder AMD-Vi (AMD) Technik ist notwendig. Darüber hinaus erfordert die Konfiguration eine zweite Grafikkarte im System, zu diesem Zweck die Physische an das Gastbetriebssystem „durchgereicht“ werden kann. Dies ist eine Technik – die in der Regel nur in fortgeschrittenen Setups vorkommt. Somit ist die Idee ´ eine Grafikkarte zwischen Host und VM zu teilen ` kaum praxisnah.


Eine mögliche Lösung für dein Anliegen wäre die Installation von Windows XP als eigenständiges System genau zum bestehenden Windows. So könnte der Nutzer die Treiberproblematik umgehen und den direkten Zugriff auf die echte Grafikkarte in Volllast nutzen.


Ferner gibt es Optionen um das Spiel eventuell im Kompatibilitätsmodus von Windows 10 oder neueren Versionen zu spielen. Manchmal sind Spiele auf Plattformen wie Steam neu aufgelegt. Diese Versionen sind für moderne Systeme optimiert und könnten dadurch die gesuchte Lösung sein. Dies klingt zwar zunächst nicht nach dem gewünschten Ansatz jedoch die Realität spricht oft für sich.


Im Hinblick auf die neuesten Entwicklungen im Bereich der Virtualisierung und Gaming kann ich einen Trend zur zunehmend besseren Unterstützung für Grafikprozessor-Passthrough-Technologien in neueren Virtualisierungslösungen feststellen. Die Grenzen der Software werden sukzessiv erweitert. Wer jedoch auf die Vorteile der neuesten Grafikkarten setzt der sollte frühere Generationen als überholt betrachten.


Zusammenfassend muss man sagen: Es ist grundsätzlich keine einfache Sache, seine physische Grafikkarte in VirtualBox effizient zu nutzen. Die Lösung die Ressourcen einer virtuellen Maschine zu maximieren oder grafische Spiele flüssig auszuführen, bleibt aufgrund technischer Einschränkungen schwierig. Alternativen im Bereich der Betriebssysteminstallation oder Emulatoren könnten jedoch eine Brücke sein, wenn es um das Spielen älterergeht.