Fragestellung: Ist es empfehlenswert, zwei Tattoos gleichzeitig stechen zu lassen, insbesondere für eine 15-Jährige?

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Tattoo-Kultur ist heutzutage weit verbreitet. Viele Jugendliche denken darüber nach sich ihren Körper mit Tinte zu verzieren. Besonders beliebt sind dabei Designs mit persönlicher Bedeutung. Dennoch gibt es einige wichtige Punkte zu beachten die ich hier beleuchten möchte.


Zunächst einmal stellt sich die Frage, ob eine fünfzehnjährige Person überhaupt bereit ist für die dauerhafte Entscheidung eines Tattoos. Viele junge Leute empfinden ein starkes Bedürfnis ihre Individualität auszudrücken. Ein Tattoo kann dabei eine symbolische Bedeutung haben. Doch ist es weise diese Entscheidung in einem so frühen Alter zu treffen? Recherche zeigt – dass viele Tattoos im Jugendalter später bereut werden. Eine Umfrage ergab, dass etwa 50% der unter 18-Jährigen die sich tätowieren lassen darüber nachdenken es wieder entfernen zu lassen.


Die medizinischen Aspekte sollten ähnlich wie dringend berücksichtigt werden. Bei der Planung, zwei Tattoos gleichzeitig an verschiedenen Körperstellen stechen zu lassen, wird das Risiko von Infektionen oder anderen Komplikationen höher. Das Heilungsverhalten nach dem ersten Tattoo könnte durch die gleichzeitige Bearbeitung eines zweiten Tattoos negativ beeinflusst werden. Oft bildet sich eine Kruste um die frisch gestochenen Tattoos – dies geschieht in der Regel in den ersten paar Wochen. Werden gleichzeitig zwei Tattoos gestochen ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass eine der Wunden nicht richtig heilen kann.


Des Weiteren stellt sich die Frage nach der Seriosität des Tätowierers. Jeder seriöse Tätowierer sollte gewissenhaft mit den Wünschen seiner Kunden umgehen. Die Ethik in der Tattoo-Branche verlangt, dass Minderjährigen nicht ohne weiteres Tattoos angeboten werden. Vor allem nicht auf so auffälligen Bereichen wie dem Hals. Günstige und nicht zertifizierte Tätowierer könnten gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Hier ist eine gründliche Recherche nötig um einen verantwortungsbewussten und erfahrenen Künstler zu finden – einen Tätowierer der die Hygienevorschriften einhält und sich mit der Thematik der Jugendschutzgesetzgebung auskennt.


Das persönliche Empfinden während des Tätowierens ist ein weiterer entscheidender Punkt. Viele Menschen unterschätzen die physische und emotionale Belastung. Die ersten Sitzungen sind oft schmerzhaft selbst für Erwachsene. Bei einem ersten Tattoo ist die Nervosität meist größer. Jugendliche die von Aufregung und anderen Emotionen überwältigt sind, könnten das Tattoo als weniger schmerzhaft empfinden wie es tatsächlich ist. Nach dem ersten Tattoo könnte eine Alltagsrealität eintreten, in der der Schock über die dauerhafte Entscheidung und die Schmerzen gemischt sind. Dies hat viele dazu gebracht – erst einmal von weiteren Tattoos Abstand zu nehmen.


Was bedeutet es letztlich, wenn man sich für zwei Tattoos gleichzeitig entscheidet? Erfahrene Teilnehmende der Tattoo-Kultur raten oft zu Geduld und einer Überlegung von Monaten, bevor man einen neuen Entwurf ins Auge fasst. Die Bedeutung des Motivs und seine Natürlichkeit im eigenen Leben sollten immer im Vordergrund stehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein junger Mensch in ein paar Jahren noch dieselbe emotionale Verbindung zu einem Tattoo fühlt, das während der Teenagerzeit gestochen wurde ist eher gering.


Zusammenfassend lässt sich sagen: Es wäre ratsam, einen seriösen Tätowierer zu finden und ein Tattoo nach dem anderen in Betracht zu ziehen. Die Bedenken hinsichtlich der körperlichen und psychologischen Aspekte sind erheblich. Sicherlich ist es wichtig – sich selbst auszudrücken. Dennoch muss jede Entscheidung gut durchdacht sein.