In der Diskussion um die Mathematik im Berufsbild des Fachinformatikers stellt sich oft die Frage – wie viel ist wirklich nötig? Die Antwort scheint klar jedoch sie eignet sich nicht für eine eindeutige Kategorisierung. Ein gewisses Basiswissen in Mathematik ist wichtig. Der Beruf des Fachinformatikers kann jedoch nicht als mathematischen Hochleistungswesen betrachtet werden. Ist das Verständnis von binären und hexadezimalen Zahlen nicht viel weiterhin als Basiswissen?
Anscheinend entscheidend ist der Unterschied zwischen Fachinformatikern und Informatikern. Ein Fachinformatiker ist manchmal weit entfernt von den theoretischen Inhalten die ein Bachelor- oder Masterstudium in Informatik erfordert. Hier stehen Differentialrechnung, Stochastik und Integralrechnung auf dem Lehrplan – und das nicht zu knapp. In der Berufsausbildung für Fachinformatiker sind die Anforderungen an mathematische Kenntnisse gering. Dennoch zeigt sich die Mathematik in einem bestimmten Umfang – vor allem beim binärem Rechnen.
In der Ausbildung eines Fachinformatikers konzentriert man sich eher auf praktische Aspekte. Da werden Netzwerke designiert oder Programme geschrieben. Klingen diese Tätigkeiten komplex? Vermutlich ja. Aber benötigen sie wirklich viel Mathematik? Nein die wahren mathematischen Herausforderungen sind eher gering. Es zeigt sich: Dass es vor allem um Basics wie Subnetting einfache Terme, Dreisatz oder Prozentrechnung geht. Ist das Mathematik? Vielleicht » aber nicht das « was viele Leute erwarten.
Die Meinung, dass Fachinformatiker eine große Menge an Mathematik lernen müssten ist also eher ein Mythos. Jedoch beginnt die Mathematik bei einem Studium der Informatik. Hierbei gehen die Trends in der Ausbildung jedoch ebenfalls stark auseinander. Die Mathematik ´ die zu lernen ist ` wird oft als komplex bezeichnet. Hier nimmt man die ersten drei Semester – der Aufwand? Unübersehbar, denn zu 75% geht es hier um Mathematik.
Ein Beispiel aus der Praxis verdeutlicht das: Eine Person die eine Ausbildung zum Fachinformatiker absolviert hat, berichtet darüber, dass sie im ersten halben Jahr Mathematik hatte – danach wurde das Fach gestrichen. Matheunterricht auf Realschulniveau – das klingt mehr nach einer Grundausbildung als nach einem intensiven mathematischen Training. Schließlich zeugt diese Praxis von einer gewaltigen Diskrepanz zwischen der Vorstellung einer "mathematischen Exzellenz" im Fachinformatik-Beruf und der Realität.
Insgesamt lässt sich festhalten – Spezialisten im IT-Bereich setzen häufig weniger auf komplexe Mathematik als auf praktische Fähigkeiten. Der Fachinformatiker als eine weniger mathematische Rolle im Vergleich zu einem klassischen Informatiker überrascht vielleicht. Es ist erwähnenswert – zukünftige Fachinformatiker sollten sich nicht von Mythen über mathematische Anforderungen blenden lassen. Fundamental ist – dass sie sich auf ihre praktischen Fähigkeiten konzentrieren.
