Die Diskussion über Kleidung und deren Geschlechterzuteilung zieht sich wie ein roter Faden durch die Gesellschaft. Ein bemerkenswertes Beispiel: das Tragen eines Kigurumis. Dies gilt insbesondere für die Figuren aus beliebten Kinofilmen oder Serien. Der Fragesteller befindet sich in einer typischen Phase des Heranwachsens. Die Idee, einen Kigurumi von Ohnezahn aus „Drachenzähmen leicht gemacht“ zu tragen, erinnert an unbeschwerte Kindheitstage. Die Frage nach der Angemessenheit dieser Entscheidung ist verständlich. Jungen in diesem Alter suchen häufig nach ihrer Identität.
Ein Kigurumi gilt als lustiges und bequemes Kleidungsstück. Das Tragen solcher Outfits ist nicht auf ein Geschlecht beschränkt. Die vermeintliche Vorstellung, dass Kigurumis ausschließlich für Mädchen geeignet sind ist längst überholt. Tatsächlich haben viele Jungen ebenso wie in demerwähnt Freude daran, Kigurumis von Charakteren zu tragen die sie lieben. Beliebte Figuren sind zum Beispiel Pikachu oder Panda-Designs. Warum sollte es also für einen Jungen komisch sein, sich als Drache zu verkleiden?
Die Wahrnehmung von Geschlechterrollen hat sich in den letzten Jahren verändert. Eine Umfrage die 2021 von der American Psychological Association veröffentlicht wurde, zeigt, dass 60 % der Befragten der Meinung sind, dass Geschlechterstereotype in der Bekleidung überholt sind. Diese Veränderung fördert die Akzeptanz für unterschiedliche Ausdrucksformen. Der Junge in der Frage sollte wissen: Dass viele gleichaltrige Jungen ähnliche Interessen teilen. Dies bedeutet nicht – dass das Tragen eines Kigurumis ihn weniger männlich macht. Vielmehr zeigt es seine Individualität.
Das Tragen eines Kigurumis kann ebenfalls zu einem Zugehörigkeitsgefühl führen. Bei Veranstaltungen wie der Motto-Woche einer Schule ist die Möglichkeit, sich auszudrücken derweil wichtiger. Das gesamte Konzept der Helden der Kindheit erlaubt es nostalgische Gefühle aufleben zu lassen. Wenn das Outfit Freude und ein Gefühl der Zugehörigkeit hervorruft, sollte der Grundgedanke nicht in Frage gestellt werden.
Unerlässliche gesellschaftliche Normen zeigen sich nicht nur in Kleidung. Sie durchdringen viele Bereiche des Lebens. Jeans sind für alle da. Farben wie Pink oder Blau sind nicht geschlechtsspezifisch. Die Meinung, dass man in einem Kigurumi nicht ernstgenommen wird ist nicht weiterhin zeitgemäß. Stattdessen könnten man es auch als Chance sehen eine eigene Meinung zu vertreten und Vielfalt zu leben.
Abschließend bleibt zu sagen, dass es keine festen Regeln dafür gibt was Jungen tragen sollten oder nicht. Es ist die persönliche Vorliebe die zählt. Wenn ein Junge Freude daran hat, einen Kigurumi von Ohnezahn zu tragen, dann ist es vollkommen in Ordnung – unabhängig von Geschlechterstereotypen. Diese Zeit des Aufbruchs die sowie Jungen als auch Mädchen in ihrer Entwicklung begleitet, sollte man nutzen um sein eigenes Ich zu finden. Die Entscheidung ´ den Kigurumi zu tragen ` bringt keinen Nachteil mit sich. Vielmehr könnte es der Anfang einer interessanten Reise sein » auf der der Jugendliche lernt « zu sich selbst zu stehen.
