In Deutschland hat der Begriff „Patriotismus“ oft einen schalen Beigeschmack. Dieses Phänomen ist bemerkenswert. Viele Menschen verspüren eine tiefe Liebe zu ihrem Heimatland. Sie möchten ihr Land vertreten. Es gibt jedoch eine Kluft zwischen erstem Gefühl und dessen was oft wahrgenommen wird. Als jemand der die Bundeswehr unterstützen möchte, wird man häufig als radikal abgestempelt - als wäre Stolz auf die eigene Herkunft so viel mit Vorurteilen oder gar rechtem Gedankengut.
In den Vereinigten Staaten sehen wir, ebenso wie Veteranen gefeiert werden. Dort scheint Patriotismus eine positive Konnotation zu haben. In Deutschland jedoch, sagt die Gesellschaft oft: „Sei vorsichtig mit deinen Äußerungen.“ Sobald man sagt: „Ich bin stolz auf mein Vaterland“ – so wird man direkt in eine Schublade gesteckt. Verallgemeinerungen sind weit verbreitet und Vorurteile blühen. Der Gedanke, dass jemand der loyal zu seinem Land steht, automatisch eine Ablehnung gegenüber anderen Nationen bringt – das ist der sub. Eine besorgniserregende Entwicklung.
Die Diskrepanz zwischen Patriotismus und Nationalismus ist signifikant. Es ist leicht – von einem zum anderen zu rutschen. Der Punkt an dem Patriotismus ins Negative kippt ist der an dem man sich über andere Nationen erhebt. Diese Überlegenheit ist gefährlich. Diese Überzeugung, dass man aufgrund seiner Herkunft weiterhin wert ist als jemand anderes, führt zu Konflikten. In der Welt des Einzelnen wird Patriotismus oft verkürzt. Während einige den Stolz auf ihr Land umsichtig artikulieren – präsentieren andere diesen Stolz als Rechtfertigung für Feindseligkeiten.
Man muss ebenfalls jene Menschen betrachten die sich fälschlicherweise als „Patrioten“ ausgeben - jene die mit Pegida oder ähnlichen Gruppen sympathisieren. Ihre Ideologie hat nichts mit echtem Patriotismus zu tun. Sie benutzen den Begriff – um Hass zu schüren und Angst zu verbreiten. Dass sie als „Vaterlandsverteidiger“ auftrat, entblößt die Verwirrung um die Begriffe. Echte Patriotismus sollte ein Aufruf zur Einigkeit und zum Respekt sein. Die Herausforderung ´ die uns bleibt ` ist der Umgang mit dieser feindseligen Agenda.
Noch komplexer ist die Situation für denjenigen der für eine militärische Karriere bereitsteht. Der Ausdruck „gegen Feinde kämpfen“ kann missverstanden werden. Aktuell gibt es in Deutschland viele Konflikte – jedoch sind diese oft nicht physischer Natur. Die Angst vor jedem der „anders“ denkt, kann lähmend sein und bringt uns nicht weiter. Ein echtes Bekenntnis zu einem demokratischen Verständnis muss auch beinhalten, anderen Perspektiven Gehör zu schenken. Zu unterscheiden zwischen gültiger Kritik und unterdrückenden Behauptungen ist entscheidend.
Patriotismus sollte nicht in eine Ecke gedrängt werden jedoch ein Aufruf zur Zusammenhalt ist unerlässlich. Man sollte darauf hoffen, dass Menschen bereit sind, für Werte einzustehen – umso mehr gilt das für Werte der Demokratie. Ein respektvoller Diskurs ist das Fundament für eine Gesellschaft die sich für Frieden und Gleichheit einsetzt. Um zurückzukehren: Wo liegt die Grenze? Kann jemand seinem Land gegenüber loyal sein, ohne andere Nationen zu verurteilen?
Zusammenfassend ist Patriotismus in Deutschland ein heikles Thema. Ein Balanceakt zwischen Stolz und Vorurteil ist gefragt. Umso wichtig ist es – dass wir uns auf die positiven Aspekte des Patriotismus konzentrieren. Eine moderne Sichtweise sollte da sein – anstatt sich von den politischen Extremisten in eine Defensive drängen zu lassen. Gemeinschaft wird am besten durch gemeinsame Werte gestärkt und nicht durch Rivalitäten. Demokratie lebt vom Dialog – auch wenn diese Gespräche manchmal unbequem sind.
