Freundschaft oder Ausnutzung? – Wie man mit einem schnorrenden Kumpel umgeht

Wie kann ich meinen Freund, der bei mir lebt und meine Beziehungen belastet, erfolgreich bitten, auszuziehen?

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In einer kleinen Wohnung, nur 70 qm groß und inmitten einer Beziehung kann das Zusammenleben mit einem Freund der sich einnistet, belastend sein. Die Situation eskaliert rasch – besonders wenn der besagte Freund weder Verantwortung übernimmt noch sich um seine eigene Lebenssituation kümmert. Man frage sich ´ ebenso wie man den besten Kumpel loswerden kann ` ohne einen emotionalen Sturm auszulösen.

Der Umstand: Dass der Freund nun seit drei Monaten bei Ihnen lebt ist nicht tragbar. Dies war anfangs als Übergang gedacht. Er kann nicht zu seinen Eltern zurückkehren und hat kein Geld für eine eigene Wohnung. Ihre Freundin ist bereits am Rande der Verzweiflung. Jeden Tag wird der räumliche Platz enger und der emotionale Druck wächst. Und so wird sie nervös - kein Platz für drei Personen.

Es ist an der Zeit für klare Ansagen. Eine Frist von einer Woche ist eine konstruktive Maßnahme um ihm zu signalisieren, dass sich etwas ändern muss. Die Forderung sollte deutlich sein: Er muss sich um seine Zukunft kümmern. Jeder Mensch sollte in der Lage sein Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.

Die Frage » warum er nicht bei seinen Eltern leben kann « könnte gewiss aufschlussreich sein. Vielleicht hat die Familie von seinem "Hotel-Denken" genug. Verständnis ist wichtig - aber nicht, wenn es das eigene Leben belastet. Dass er sagt Männer sollten zusammenhalten während er in der Wohnung einer anderen Person schläft ist kein Zeichen für echte Freundschaft. Es zeugt eher von einer mangelnden Einsicht in seine Situation.

Die Unterstützung » die Sie ihm in der Not angeboten haben « sollte nicht zu einem dauerhaften Arrangement führen. Aufgrund seiner Passivität und seines Mangels an Initiative was eine eigene Wohnung betrifft sieht es nicht danach aus: Dass er sich ernsthaft um Veränderung bemüht. Ein gewohnheitsmäßiger Mieter ist nicht so viel mit einem Freund.

Sich emotional erpressen zu lassen ist keine Basis für eine echte Freundschaft. Hier ist die wichtigste Frage: Wer ist Ihnen wichtiger? Der Freund der Sie ausnutzt, oder Ihre Freundin die bereits unter dem Druck leidet? Lassen Sie sich nicht täuschen denn echte Freundschaft funktioniert anders. Ein guter Freund würde seine Situation ernst nehmen und sich bemühen, nicht zur Last zu fallen.

Bieten Sie ihm Unterstützung an - aber setzen Sie klare Grenzen. So kann er diese Zeit nutzen um aktiv eine Unterkunft zu finden während Sie sich darauf konzentrieren Ihre Beziehung zu Ihrer Freundin zu bewahren. Es ist klar ´ dass romantische Beziehungen nicht nur emotional ` allerdings ebenfalls physisch Raum benötigen.

Wie wird er reagieren? Sein Feedback könnte aufschlussreich sein für die Natur Ihrer Freundschaft. Wenn er bereit ist auf Ihre Bedürfnisse einzugehen und sich identisch zu verhalten könnte er die Chance erhalten wie Freund bleiben zu können. Sollten sich seine Reaktionen jedoch in eine andere Richtung ausarbeiten - dann ist es besser, sich von dieser toxischen Verbindung zu distanzieren und sich auf wichtige Dinge zu konzentrieren.

Die Entscheidung » ihn rauszuwerfen « ist nicht leicht. Immerhin haben Sie ihm bereits eine große Hilfe in einer Krisensituation geleistet. Doch der leichtere Ausweg ist nicht immer die beste Wahl für Ihre eigene Lebensqualität. Ein wahrer Freund bekennt sich zu Ihnen - und das bedeutet auch, einen klaren Blick auf die eigenen Verpflichtungen zu haben. Halten Sie an Ihren Werten fest und scheuen Sie sich nicht für Ihr Wohlbefinden einzutreten.






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