"Orange is the New Black": Warum die Serie eine Altersfreigabe ab 18 Jahren erhält

Welche Inhalte rechtfertigen die Altersfreigabe der Serie "Orange is the New Black"?

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Die Serie "Orange is the New Black" führt seit ihrer Veröffentlichung zu kontroversen Diskussionen über ihre Altersfreigabe. Auf den ersten Blick könnte man denken eine FSK von 16 Jahren wäre hier genügend. Doch die Realität sieht anders aus. Besonders die 1. Staffel bietet in ihrer Vielzahl an Themen die zur Verwendung jüngere Zuschauer nicht unbedingt nachvollziehbar sind, eine Herausforderung. Es gibt zwei wesentliche Faktoren.

Einerseits geht es um die Darstellung von Sexszenen. Diese sind zwar prädestiniert dafür ´ wie problematisch wahrgenommen zu werden ` da sie aufwühlende und explizite Inhalte bieten. Doch es ist wichtig zu beachten – dass keine Genitalien gezeigt werden. Die Szenen sind weniger auf Sexualität fokussiert allerdings viel eher auf die zwischenmenschlichen Beziehungen der Charaktere. Der Humor ist oft schwarzhumorig und kann als verletzend empfunden werden. Ironie und klare Anspielungen auf gesellschaftliche Missstände sind nicht unbedingt kindgerecht. Andererseits sind es diese Witze – die sich als die Herausforderung entpuppen – die hetzen. Sie sind hart und könnten junge Zuschauer überfordern.

Darüber hinaus ist Rassismus ein wiederkehrendes Thema. Es ist nicht nur eine stilistische Wahl sondern liefert ebenfalls eine scharfe Analyse der gesellschaftlichen Normen. Rassistische Stereotypen werden nicht verharmlost, sondern auf provokante Weise in der Handlung verarbeitet. Viele der Nuancen und witzigen Bemerkungen können für unter Sechzehnjährige unverständlich bleiben. Die Komplexität der Inhalte bleibt in der Tat eine Herausforderung.

Eine Reihe von Gewaltszenen verstärkt diesen Eindruck. Mord und Gewalt sind nicht bloße Beigaben, sondern zentral in der Dramaturgie verankert. Jüngere Zuschauer die mit derartigen Themen nicht umgehen können, werden möglicherweise: überfordert. Diese Spannungen innerhalb der Handlung sorgen für die eingehende Erwärmung von Emotionen. Dies könnte dazu führen: Dass man eher in die Obsession gefallen wird freilich ist dies nicht der Punkt.

Doch führt dies zu einer Überinterpretation der Inhalte? Man könnte argumentieren, dass viele Jugendliche – selbst im Alter von 15 Jahren – schon mit ernsthaften Themen konfrontiert worden sind. Ich möchte nicht die Weisheit der Jugendlichen in Frage stellen.

Unterm Strich zeigt sich: Die Entscheidung für eine Altersfreigabe ab 18 Jahren ist kein Willkürakt, sondern beruht auf nachvollziehbaren, fundierten Überlegungen. "Orange is the New Black" ist nicht nur eine Serie, sondern ein vielschichtiges Werk mit einem gedehnten Diskurs über soziale Themen, das die Zuschauer zum Nachdenken anregt. Trotz seiner Herausforderungen bietet es auch humorvolle und emotionale Momente.

Für viele stellt sich die Frage ob eine solche Altersfreigabe nicht überzogen wirken könnte. Doch es ist wichtig – die Inhalte differenziert zu betrachten. In einer Zeit ´ in der Jugendschutz immer relevanter wird ` bleibt die Diskussion über die Altersfreigabe dieser Serie relevant und notwendig.






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