Männer als Erzieher in der DDR: Existierten sie und was hat sich seitdem geändert?

Gab es in der DDR Männer, die als Erzieher arbeiteten?

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Ja, in der DDR gab es Männer, die als Erzieher tätig waren. Obwohl der Beruf hauptsächlich von Frauen ausgeübt wurde, gab es auch einige Männer, die sich für den Erzieherberuf entschieden. Die Tatsache, dass die meisten Erzieherinnen in der DDR Frauen waren, hing hauptsächlich damit zusammen, dass die Väter der Kindergartenkinder meistens berufstätig waren und die Mütter ebenfalls einer Erwerbstätigkeit nachgingen. Der Bedarf an Erziehern und Erzieherinnen war aufgrund des gut ausgebauten KITA-Systems sehr hoch.

Die Ausbildung zum Erzieher in der DDR dauerte in der Regel drei Jahre für Krippe und Kindergarten und vier Jahre für den Beruf als Horterzieher oder Unterstufenlehrer. Voraussetzung für die Ausbildung war ein mittlerer Schulabschluss, und die Ausbildungen fanden an Fachschulen statt. Im Vergleich zur Bundesrepublik hatte der Beruf des Erziehers in der DDR einen höheren gesellschaftlichen und politischen Stellenwert.

Es gab auch Männer, die sich für den Beruf des Erziehers entschieden und an entsprechenden Ausbildungseinrichtungen wie dem Institut für Lehrerbildung A.S. Makarenko studierten. In einigen Fällen waren die männlichen Erzieher aufgrund ihres Geschlechts sogar gefragter, da sie beispielsweise bei der Erziehung von Jungen eine wichtige Rolle spielen konnten.

Heutzutage ist die Situation anders. Männer, die als Erzieher arbeiten möchten, stoßen oft auf Vorurteile und Barrieren. Es gibt immer noch einen deutlichen Mangel an männlichen Erziehern, obwohl die Notwendigkeit einer geschlechtergerechten Betreuung und Erziehung erkannt wird. Einige Männer berichten von Schwierigkeiten, eine Stelle als Erzieher zu finden, da sie aufgrund ihres Geschlechts als potenzielle Kinderschänder angesehen werden. Diese stereotype Vorstellung ist jedoch unbegründet und ungerecht gegenüber männlichen Erziehern.

Es ist zu hoffen, dass sich in Zukunft mehr Männer für den Beruf des Erziehers entscheiden und dass geschlechtergerechte Betreuung und Erziehung in Kindertagesstätten und Schulen weiter gefördert wird. Männer haben genauso viel zu bieten wie Frauen und können eine wichtige Rolle in der Entwicklung und Erziehung von Kindern spielen. Es ist wichtig, Vorurteile abzubauen und die Vielfalt in den Erziehungsberufen zu unterstützen.






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