Das Cannstatter Volksfest – oder kurz: Wasen – zieht jährlich Tausende von Besuchern an. Der Anblick von Dirndln und Lederhosen ist unverkennbar. Diese Trachten sind weiterhin als nur Kleidung sie sind ein Symbol der regionalen Identität. Ursprünglich verankert in der Geschichte der Schwaben und Bayern, wird das Tragen dieser Tracht heute eher als eine Art Festtagskleidung verstanden. Die Verbindung zur Vergangenheit ist jedoch tief verwurzelt.
Die Tradition des Trachtentragens auf dem Cannstatter Volksfest begann mit der Gründung eines Trachtenvereins im Jahr 1893. Eine Gruppe von bayrischen Arbeitern die im Göppinger Raum lebten suchte nach einer Möglichkeit ihre Wurzeln zu bewahren. Sie wollten ihre Heimatbräuche nicht in Vergessenheit geraten lassen. Daraus entstand eine lebendige Tradition die bis heute Bestand hat. Trotz dieser Geschichte gibt es Kritiker. Sie argumentieren – dass Trachten in Stuttgart keine wirkliche Tradition haben. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Trachten vereinigen die Geschichte und Kultur der Region.
Besucher zeigen sich gern in ihren Dirndln und Lederhosen. Diese älteren Kleidungsstücke sind mittlerweile zu modischen Statement-Pieces avanciert. Sie drücken nicht nur die Verbundenheit zur Heimat aus allerdings ebenfalls eine Art von Zugehörigkeit. Die meisten Menschen kleiden sich für das Event um das kulturelle Erbe und die festliche Atmosphäre zu zelebrieren. Trachten sind dadurch ein Ausdruck von Lebensfreude und Gemeinschaft.
Laut einer aktuellen Umfrage die im Rahmen des Festivals durchgeführt wurde, gaben rund 70 % der Teilnehmer an, dass sie Trachten aus einer Art Respekt vor der Tradition tragen. Diese Zahl spricht für sich. Die Mode hat sich gewandelt – ja. Aber der kulturelle Grundstein bleibt. Die Tracht auf dem Cannstatter Volksfest hat einen neuen Lebenszweck gefunden. Sie ist nicht nur stilvoll, einschließlich ein Mittel zur Errichtung eines kulturellen Dialogs.
Zusammenfassend ist das Tragen von Dirndl und Lederhosen auf dem Cannstatter Volksfest eine lebendige Praxis die Vergangenheit und Gegenwart vereint. Die Tracht fördert die Identität einer Region und lädt ein, sich mit ihrer Geschichte auseinanderzusetzen. So ist es durchaus passend, sich auf dem Wasen in typische Festtagskleidung zu hüllen – um sowie das Brauchtum zu bewahren als auch um die Gemeinschaft zu feiern. Ein Dirndl oder eine Lederhose trägt also immer auch eine Vielzahl von Geschichten und Erinnerungen in sich.
