Warum jugoslawien nicht mehr

4 Antworten zur Frage

~ Mini-Diktatoren, die es fertig brachten, den Leuten zu erklären, warum man die Nachbarn jetzt umbringen sollte. Ähnlich war das auch mit der ~~ Jahrhunderte erstrecken kann. Wo dies nicht der Fall ist, wie z.B. bei.
Bewertung: 2 von 10 mit 6 Stimmen

Videos zum Thema
Video

Warum gibt es Jugoslawien nicht mehr?

Die verschiedenen Völker dort haben sich nie richtig leiden können. Im 2. Weltkrieg gab es einen gemeinsamen Feind, das schweißte zusammen. Tito hat die verschiedenen Gruppen gegen den Feind geeint und danach diese Einigung mit einer Diktatur aufrecht erhalten. Dann zerfiel die Diktatur und die alten Streitigkeiten kamen wieder hervor. Inclusive einiger Mini-Diktatoren, die es fertig brachten, den Leuten zu erklären, warum man die Nachbarn jetzt umbringen sollte. Ähnlich war das auch mit der UdSSR.
So äußere Feinde sind übrigens grundsätzlich "praktisch", um eine Bevölkerung zu einigen oder in Schach zu halten. Gibts keinen Feind, muss man eben einen Feind erfinden. Das darf dann auch schon mal eine nebulöse "Terroristen-Bedrohung" sein.
Jugoslawien ist zerfallen, weil man miteinander nicht zusammenleben konnte.
Zeitreise: Den Kern Jugoslawiens bildete Serbien. Serbien wurde im 19. Jahrhundert unabhängig, nachdem es jahrhundertelang unter osmanischer Herrschaft stand. Das freie Königreich Serbien machte es sich zum Ziel die Einheit aller Südslawen (serbo-kroatisch "jugo" süd) in einem Nationalstaat zu vollenden.
Zu diesen Südslawen zählten die Serben auch die Bosniaken , Kroaten und die Slowenen. Bosniaken, Kroaten und Slowenen lebten im 19. Jahrhundert unter der Herrschaft der Habsburger - und deshalb sah Wien die Serben als eine große Gefahr für die Donaumonarchien: Serbien war bestrebt, diese Völker zu "befreien".
Nach dem I. Weltkrieg zerfiel die Donaumonarchie und Serbien hat seinen nationalen Traum verwirklicht: Die Einheit der Jugoslawen. Der neue Staat wurde von den Serben dominiert. Die anderen Völker fühlten sich kulturell, wirtschaftlich und politisch zurückgesetzt.
Der II. Weltkrieg bewies die Uneinigkeit der jugoslawischen Völker: Die kroatische Ustascha stand an der Seite der Deutschen und bekämpfte die Serben. Im Partisanenkrieg setzte sich der Kommunist und Kroate Tito durch. Er befreite das Land von den deutschen Besatzern. Im Nachkriegsjugoslawien konnte Tito mit seinem autoritären Regime ein friedliche Koexistenz der Völker etablieren und den Föderalismus stärken. Doch nach seinem Tod 1980 nahmen die nationalen Differenzen innerhalb des Landes zu.
Fazit: Es war die Persönlichkeit Titos, die das Land zusammengehalten hat. Vom Auflösungsprozess im Ostblock ergriffen wollten auch die jugoslawischen Völker ihre nationale Unabhängigkeit durchsetzen - was letztendlich das Ende der serbischen Hegemonie bedeuten sollte. Empfehlentswert: Peter Scholl-Latour, Im Fadenkreuz der Mächte – Gespenster am Balkan. Bertelsmann, München 1994
Da gab es Krieg, daher sind das jetzt mehrere Länder: Serbien-Montenegro, Kroatien, Bosnien-Herzegowina. In Kroatien sieht man noch nicht viele Spuren vom Krieg, aber in Bosnien ist es schon hart!
Jugoslawien – Wikipedia
Slowenien und Kroatien erklärten sich unabhängig, wurden 1992 anerkannt, dann folgte Bosnien, in den drei Staaten gab es Krieg zwischen Seperatisten und der Jugoslawischen Nationalarmee bis 1995. Mazedonien löste sich ohne Krieg von Jugoslawien, dann Das Kosovo und zum Schluß Montenegro.
Völker und Staaten sollten organisch gewachsene Größen sein, wobei solches Wachsen sich über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte erstrecken kann. Wo dies nicht der Fall ist, wie z.B. bei Jugoslawien, dessen Entstehungsvorgang Du mühelos bei Wikipedia verfolgen kannst, ist der Keim der Auflösung in aller Regel gelegt, wobei sich solche Auflösung auch über einen längeren Zeitraum erstrecken kann.