Nach ausschwitz befreiung 600 überlebende häftlinge mob gelyncht

Ich habe in einer alten Spiegel-Ausgabe mit den Titel "Europa, der dunkle Kontinent" gelesen, dass nach der Befreiung von Ausschwitz 600 bis Tausend Häftlinge in Polen bei Programmen gelyncht wurden. Hier der Artikel; http://jerome-segal.de/Spiegel_dunkle_Kontinent.PDF In diesem wird dieser Half jedoch nur in einem Satz erwähnt. Hat jemand vielleicht eine Quelle dazu, die darauf ausführlicher eingeht.

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Nach Ausschwitz Befreiung 600 überlebende Häftlinge vom Mob gelyncht?

Die Polen waren – im Unterschied zu den Westeuropäern – Augenzeugen des deutschen Judenmordes. Sie hätten ihm nicht gleichgültig zugesehen, sondern seien dabei behilflich gewesen. Jedwabne sei kein Einzelfall. In vielen Regionen des besetzten Polen hätten polnische Bauern und Kleinstädter ihre jüdischen Nachbarn gejagt, bei der Gestapo denunziert oder sie erschlagen.
Die polnische Mitschuld
2. Der Holocaust habe bei den Polen kein Trauma hervorgerufen. Hätte es während des Krieges mehr Empathie für die jüdischen Opfer gegeben, wäre es danach nicht zu antisemitischen Ausbrüchen gekommen. Dies sei ein Beleg dafür, dass der Antisemitismus so etwas wie ein Teil des allgemein verständlichen polnischen Kulturcodes war, der der innergesellschaftlichen Kommunikation diente, denn am Pogrom in Kielce habe jeder vierte Bewohner der Stadt, wenn schon nicht direkt mitgemacht, dann zumindest Verständnis für den Mob gezeigt.
3. Eine Mitschuld am ausgeprägten Antisemitismus in Polen trage die nationalkatholische "katoendecja", eine Verquickung der alten antijudaistischen Denkmuster der katholischen Kirche mit der modernen Ideologie der polnischen Nationaldemokraten, die um die Jahrhundertwende nationalen Egoismus predigten und Juden zu gefährlichen "inneren" Feinden erklärten, die Polen den Weg zum Aufbau eines eigenen Mittelstandes verstellt hätten.
Studie zeigt:
Pogrom in Jedwabne war kein Einzelfall
Warschauer Institut stellt unfassende Studie über Progrome von Polen an Juden während des 2. Weltkrieges vor
Von Gabriele Lesser
Warschau - Das Pogrom im nordostpolnischen Jedwabne war nicht das einzige seiner Art. Im Sommer 1941, kurz nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Ostpolen und der Sowjetunion, ermordeten Polen in mindestens weiteren 30 Städten rings um Bialystok ihre jüdischen Nachbarn. Zu diesem für viele Polen schockierenden Ergebnis kommt das Institut für das Nationale Gedenken in seinem Weißbuch "Rund um Jedwabne". Pawel Machcewicz, Herausgeber der 1.500 Seiten umfassenden Studie, stellt die beiden Bände heute der breiteren Öffentlichkeit in Polen vor. 30 Historiker und Staatsanwälte des IPN, der Polnischen Akademie der Wissenschaften und der Universität in Bialystok haben zwei Jahre an der Studie gearbeitet.
Im Mai 2000 löste der in New York lebende Historiker und Soziologe Jan Tomasz Gross mit dem Buch "Nachbarn" die größte und wichtigste Geschichtsdebatte in Polen seit Kriegsende aus. In dem Buch schilderte Gross, wie die katholischen Einwohner Jedwabnes ihre jüdischen Nachbarn bei lebendigem Leibe in einer Scheune verbrannten. Zwar waren bei dem Massaker im Sommer 1941 acht deutsche Gendarmen vor Ort, sie nahmen aber an dem Verbrechen nicht aktiv teil. Für viele Polen war dies ein Schock, hatten die polnischen Historiker doch über Jahrzehnte hinweg immer wieder versichert, dass Polen nicht mit den Nazis kollaboriert hätten. Dass sie gar an Pogromen beteiligt gewesen sein könnten, zu denen die Nazis die örtliche Bevölkerung in ganz Osteuropa aufstachelte, wiesen Polen immer entschieden zurück.
Anfang September 2000, nur vier Monate nachdem das Buch "Nachbarn" in Polen erschienen war, nahm das Institut für das Nationale Gedenken die Ermittlungen im Fall Jedwabne auf. Zum 61. Jahrestag des Pogroms am 10. Juli 2002 stellte Chefermittler Radoslaw Ignatiew den Abschlussbericht vor: "Es waren Polen, die die entscheidende Rolle bei der Ermordung der Juden von Jedwabne spielten". Das Massaker, bei dem hunderte von jüdischen Männern, Frauen und Kindern umgekommen waren, sei von den deutschen Besatzern inspiriert worden. Anfang Oktober hat das IPN noch einige Zeugenaussagen aus Israel erhalten, so dass damit zu rechnen ist, dass der bislang nur mündlich bekannt gegebene Abschlussbericht demnächst publiziert wird.
Pogrom in Jedwabne war kein Einzelfall
Die polnische Mitschuld
2. Der Holocaust habe bei den Polen kein Trauma hervorgerufen. Hätte es während des Krieges mehr Empathie für die jüdischen Opfer gegeben, wäre es danach nicht zu antisemitischen Ausbrüchen gekommen. Dies sei ein Beleg dafür, dass der Antisemitismus so etwas wie ein Teil des allgemein verständlichen polnischen Kulturcodes war, der der innergesellschaftlichen Kommunikation diente, denn am Pogrom in Kielce habe jeder vierte Bewohner der Stadt, wenn schon nicht direkt mitgemacht, dann zumindest Verständnis für den Mob gezeigt.
3. Eine Mitschuld am ausgeprägten Antisemitismus in Polen trage die nationalkatholische "katoendecja", eine Verquickung der alten antijudaistischen Denkmuster der katholischen Kirche mit der modernen Ideologie der polnischen Nationaldemokraten, die um die Jahrhundertwende nationalen Egoismus predigten und Juden zu gefährlichen "inneren" Feinden erklärten, die Polen den Weg zum Aufbau eines eigenen Mittelstandes verstellt hätten.
Verrohung des Krieges
4. Eine aggressive Verstärkung habe diese Ideologie in der Wortprägung der "Judäokommune" erhalten, der Vorstellung, der Bolschewismus sei eine jüdische Erfindung, 1939 hätten "die" Juden im sowjetisch besetzten Ostpolen die Sowjets begrüßt und Polen denunziert sowie 1944 als Kommunisten und willige Handlanger Stalins das durch die deutsche Besatzung geschundene Polen erneut geknechtet.
Entgegen diesem Stereotyp weist Gross in "Angst" nach, dass die Mehrheit der 200.000 1945 nach Polen zurückgekehrten Juden keineswegs Kommunisten waren; nach ihrer Auswanderung nach Palästina führten sie auch keinen Kommunismus in Israel ein. Zwar gab es in Führungspositionen, auch im Sicherheitsapparat, etliche Funktionäre jüdischer Herkunft, doch auch dort stellten die "ethnischen" Polen die Mehrheit. Dennoch war und blieb die "Judäokommune" ein Kampfbegriff der "wahren Polen".
Angst vor der Rückkehr der Juden
Gross' letzte These wird bereits im Buchtitel signalisiert: Danach entsprangen die Judenmorde nach dem Krieg der Angst vor den Rückkehrern und dem verdrängten Schuldbewusstsein derjenigen, die an der Vernichtung der Juden mitbeteiligt waren oder sich an der Übernahme jüdischen Eigentums bereichert hatten -
Antisemitismus: Polens Judenhass nach 1945 - DIE WELT
Wählt deshalb der überwiegende Teil der Polen heute noch rechte Parteien?
Ja, einer der Gründe undVorurteile gegenüber Juden und Stereotypen, wie das des reichen Juden, fließen wie selbstverständlich in Alltagsgespräche ein. Auch judenfeindliche Schmierereien auf Häusern und Plakatwänden gehören leider immer noch zum Bild des Landes. Antijüdische Einstellungen bis hin zu offenem Antisemitismus in der Gesellschaft stellen ein ernstes Problem dar. In Wahlkämpfen, sei es 1989 oder 2005, wurden Wahlwerbungen beschmiert, die Aufschrift żyd und der Davidstern sind als Beschimpfung und Diffamierung des Kandidaten gedacht. Während eines Wahlkampfauftritts 1990 legte Lech Wałęsa, nachdem er vorher für jüdische Belange eingetreten war, Wert darauf, seine „reine" polnische Herkunft hervorzuheben.
Ausstellung zur Erinnerung an Juden in Polen , Foto: Silvia Perfler
Die Zahl an antijüdisch motivierten Vorfällen blieb laut Antisemitismus berichten des Stephen Roth Instituts in den letzten Jahren konstant hoch. Es handelte sich in vielen Fällen um Sachbeschädigungen: Verwüstungen jüdischer Friedhöfe und anderer jüdischen Stätten, eingeschlagene Fenster und antisemitische Slogans an den Wänden einer jüdischen Grundschule. In besonderem Maß wurden verbale Entgleisungen festgehalten, die sich gegen Besucher jüdischer Gedenkstätten richteten. Wiederholt kam es bei Gedenkveranstaltungen zu „Juden raus" Rufen.
Die aufgezeigten Beispiele und Vorfälle sind bedenklich, obwohl Polen nicht das einzige Land ist, in dem antisemitische Übergriffe passieren. Was Polen von anderen EU-Staaten unterscheidet, ist die Offenheit und Selbstverständlichkeit, mit der antijüdische Haltungen in die Öffentlichkeit getragen werden. Nicht hinter vorgehaltener Hand, sondern ohne gesellschaftliche Ächtung befürchten zu müssen kann der Hass auf Juden ausgesprochen werden. Dies zeigt, wie sehr Antisemitismus in Polen immer noch allgegenwärtig ist-
Antisemitismus in Polen
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Polen: »Ganz ohne Scham« | ZEIT ONLINE
ich kann mir nur vorstellen, dass sobald man den Polen die Macht gab, sie sofort den Spieß rumdrehten. Alle Deutschen und Helfer der Deutschen wurden nun angegriffen. Wenn sie nicht schnell genug flüchteten wurden sie getötet. Da im KZ nicht nur Deutsche Aufsicht hatten, sondern auch Polen die gut bezahlt wurden, waren diese Polen dann auch Feinde. Die haben sich bei der Befreiung unter die Häftlinge gemengt aber die Polen selbst wussten natürlich wer Hitlers Helfer waren. Die wurden dann gelyncht.